München. Der ehemalige deutsche Schiedsrichter und langjährige Funktionär Manfred Amerell ist tot. Wie die Polizei am Mittwoch bestätigte, wurde der Leichnam des 65-Jährigen, der offenbar schon vor mehreren Tagen verstorben ist, in seiner Wohnung in München aufgefunden.

Amerell stand zuletzt wegen eines langjährigen Rechtsstreits mit dem deutschen Fußballbund im Fokus der Öffentlichkeit, nachdem ihm der junge Schiedsrichter Michael Kempter sexuelle Übergriffe vorgeworfen und sich der DFB sogleich auf dessen Seite geschlagen hatte. In einem außergerichtlichen Vergleich zog Kempter zwar seine Aussagen, die von Amerell stets bestritten worden waren, zurück, ausgestanden war die Causa, die eine Homophobie-Debatte im deutschen Fußball nach sich zog, aber noch nicht. Erst im April dieses Jahres kündigte Amerell an, den DFB auf Schadenersatz wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte klagen zu wollen. "Ich lebe nicht mehr, ich existiere nur noch", sagte er. Nicht zuletzt deswegen wurde nach Bekanntwerden seines Todes auch über Suizid spekuliert. Die Polizei fand zunächst aber weder dafür, noch für etwaiges Fremdverschulden Anhaltspunkte. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.