München. (rel) Ruhige Tage waren es nicht gerade, in denen sich die Elf von Jupp Heynckes auf das Champions-League-Halbfinalspiel gegen den FC Barcelona vorbereiten musste. Störten zunächst die Enthüllungen rund um die Steuerprobleme von Bayern-Präsident Uli Hoeneß die Trainingsidylle, so sorgte am Dienstag vor allem die überraschende Verpflichtung des Dortmund-Stürmers Mario Götze für gehörigen Medienrummel. Immerhin, dass Barças Lionel Messi nach einer auskurierten Muskelverletzung in Münchens Allianz-Arena vor rund 68.000 Zuschauern von Beginn an spielen würde, war allgemein erwartet worden.

Allein die Bayern sollten sich von dem Trubel der vergangenen Tage nicht anstecken lassen. Den ersten Beweis dafür lieferte Arjen Robben, der in Minute vier unerwartet in den Strafraum von Barça stürmte, allerdings dort an Torhüter Víctor Valdés scheiterte.

Kantersieg teils unsauberen Toren geschuldet

Während Österreichs Aushängeschild David Alaba bei den Sturmläufen der Bayern nach vorne eifrig mitmischte, blieb Messi in der Partie vorerst abgemeldet. Zu eng stand die Abwehr der Deutschen, die sich gleich mehrmals mit Torchancen (16. und 17. Minute) hervortun sollten. Das 1:0 in Minute 24 ließ nicht lange auf sich warten, und so war es Thomas Müller, der nach Zuspiel durch Dante Valdés per Kopf alt aussehen ließ. Allein Barcelona vermochte sich trotz hohen Pressings und Ballbesitzes nicht aus der Schockstarre zu lösen, mehr als ein Torschuss war nicht drinnen. Ungewöhnlich stark die Bayern dagegen bei Eckbällen: Gleich acht Stück traten die Gastgeber in der ersten Hälfte vor den Kasten der Spanier.

Und ein Eckball von Arjen Robben war es auch, der für die Bayern gleich nach der Pause das 2:0 einleiten sollte. Torschütze nach Assist durch Müller - wenn auch aus abseitsverdächtiger Position: Mario Gómez. Danach agierte die Heynckes-Elf wie entfesselt, allerdings sollten sowohl Müller (52.) als auch Frank Ribéry (54.) zweimal knapp das lange Eck verfehlen. TV-Kommentatoren wie auch die Fans wunderten sich zurecht über die überraschende Schwäche Messis und seiner katalanischen Kollegen. Tatsächlich sollten rund 15 Minuten vergehen, bis Barcelona endlich wieder in den bayrischen Strafraum dringen konnte, allerdings nur um dort unter anderem von Alaba, der eine beachtliche Leistung geboten hat, jäh gestoppt zu werden. Nur selten gelang Messi, Xavi und Iniesta der Durchbruch - außer ein bis zwei Torchancen schaute nichts raus.

Die häuften sich dafür auf Seite der Gastgeber. Dass sie in der 73. Minute zum 3:0 erhöhen konnten, dafür zeichnete Robben verantwortlich. Allerdings, ganz sauber war das Tor nicht. Schiedsrichter Viktor Kassai übersah im Vorfeld ein Foul von Müller an Jordi Alba - Glück für Bayern. Allein Barça sah sich nicht imstande, das Debakel zu verhindern. Dafür sorgte in den letzten Minuten der Partie erneut Müller, der gezielt in einen Pass von Alaba sprinten und zum 4:0 abziehen konnte. Bayern steht damit mit einem Fuß im Finale der Champions League. Wiedersehen macht Freude.