Wien. Gelbe Leibchen, blaue Hosen: Diese Farbkombination hat im internationalen Fußball symbolhaften Charakter, ist es doch das Dress jener Mannschaft, die jahrzehntelang die Sehnsüchte der Liebhaber dieses Sports bediente: der brasilianischen Nationalmannschaft. Wem beschieden wurde, "wie ein Brasilianer zu spielen", der war ein wahrer Könner, das war Beschreibung genug.

Auch wenn nun eher Spanien und der FC Barcelona die hohe Fußballkunst verkörpern und Brasilien derzeit weder eine funktionierende Seleção noch stabile Stadien hinbekommt, so stehen diese Farben dennoch für eine große Sehnsucht, und zwar die Sehnsucht zur WM 2014 nach Brasilien zu fahren.

Was den Österreichern am Freitag im ausverkauften Happel-Stadion den Blick auf Brasilien verstellte, war fast genauso gewandet wie die Brasilianer, denn Gelb und Blau sind auch die Farben der Schweden, die zwar in Wien positive Erinnerung wecken (Herzog, Weitschuss, Tor), anderseits aber seither bei fast jedem Turnier vertreten waren.

Und dann ist da noch jener Mann, fast zwei Meter groß, Dutt-Frisur und stolzem Gang wie ein Lipizzaner. Zlatan Ibrahimovic hat nicht nur eine angsteinflößende Physiognomie, auch seine Qualitäten sind geradezu jenseitig stark ausgeprägt. Nicht zuletzt deshalb kann man Schwedens Spielsystem auch als 4-4-Ibrahimovic-1 bezeichnen, denn der Mann kann und macht in der Offensive so ziemlich alles.

Nervöser Beginn

Vielleicht war es auch ein wenig seine Präsenz, die Österreichs Team fahrig und nervös diese Partie beginnen ließ. Erst nach einer Viertelstunde gelang die erste Ballstafette, als die Gäste schon zwei und die Österreicher eine Chance verbucht hatten, denen jeweils arge Fehler vorausgingen. Dass aber die Hintermannschaft der ÖFB-Elf vermutlich generelle Probleme beim Herausspielen hat, offenbarte die erste halbe Stunde, in der die Bälle häufig einfach hoch nach vorne gedroschen wurden.

Allerdings sah das auf der anderen Seite bisweilen auch nicht viel besser aus, auch da flogen die Bälle hoch und nahm die Qualität mit Ballbesitz der offensiv orientierten Spieler zu. Dennoch wirkten die Schweden in dieser Phase reifer und gefährlicher, doch für ein bisserl Glück muss man sich auch nicht schämen. Österreich hatte in dieser Qualifikation noch nicht allzu viel davon.

Wende durch Elfer