Große Sternenkunde: Der aktuelle Titelhamster Spanien darf "nur" einen Stern tragen, die Austria bekam für 24 Titel zwei, Rekordmeister Rapid für 32 Titel deren drei - Bayern hingegen ist schon mit 23 Titeln ein Vier-Sterne-Klub. Die Seleção schmückt sich pro WM-Titel mit einem Stern, so wie der ekuadorianische Rekordmeister Barcelona, der 13 Sterne in sein Vereinslogo aufgenommen hat (von l. o.). Vereine, Wikipedia
Große Sternenkunde: Der aktuelle Titelhamster Spanien darf "nur" einen Stern tragen, die Austria bekam für 24 Titel zwei, Rekordmeister Rapid für 32 Titel deren drei - Bayern hingegen ist schon mit 23 Titeln ein Vier-Sterne-Klub. Die Seleção schmückt sich pro WM-Titel mit einem Stern, so wie der ekuadorianische Rekordmeister Barcelona, der 13 Sterne in sein Vereinslogo aufgenommen hat (von l. o.). Vereine, Wikipedia

Wien. Bayern München darf sich als fünffacher Gewinner von Champions League beziehungsweise Meistercup mit vier Sternen schmücken; Doppel-Weltmeister Uruguay trägt ebenfalls vier Sterne im Wappen, während bei Triple-Europameister und Weltmeister Spanien nur ein einziger Goldstern am Trikot glänzt; um einen weniger als beim 24-fachen österreichischen Meister Austria Wien.

Was dem Opernballbesucher sein Orden, dem Militär sein Rangabzeichen, ist dem Fußballprofi sein Stern - Meisterstern, wie es im Fachjargon genau heißt. Waren diese Stoff-Gestirne früher noch eher eine Seltenheit, tauchen sie zuletzt immer häufiger auf den Trikots von Fußballteams auf. Kaum eine erfolgreiche Klub- oder Nationalmannschaft verzichtet auf diese Form der Ehrbezeugung auf vergangene Triumphe.

Allerdings ist die Vergabe dieser Meistersterne, die meist oberhalb des eigentlichen Wappens aufgestickt sind, eine eigene Wissenschaft. Wie die eingangs erwähnten Beispiele zeigen, ist das System für den gemeinen Fan praktisch nicht durchschaubar, die Anzahl der erworbenen Sterne daher alles andere als selbsterklärend. Hinzu kommt, dass viele nationale Fußball-Ligen je eigene Kriterien für die Verleihung der Fünfzacke ersonnen haben.

Am einfachsten ist noch die Regelung für WM-Titel: Der fünffache Champion Brasilien darf fünf Sterne tragen (in passendem Grün), der viermalige Weltmeister Italien vier und Deutschland als dreifacher Titelträger drei. Die Brasilianer waren es übrigens auch, die nach ihrem dritten WM-Titel mit drei Sternen auf dem Trikot zur WM 1974 nach Deutschland gereist sind und somit auf internationaler Bühne mit dem Sternchenzählen begonnen haben. Auf Klub-Ebene begründete wiederum Juventus Turin diese Form der Trikotverzierung: Laut Wikipedia wurde der "alten Dame" bereits Ende der 50er Jahre erstmals für die zehn gewonnenen Meisterschaften ein symbolischer Stern verliehen. Aktuell fehlt dem 29-fachen Titelträger übrigens nur noch eine Meisterschaft zum dritten Stern.

Uruguay zählt anders


Doch zurück zu den Sternen des World-Cups: Denn warum gibt sich die uruguayische Nationalmannschaft für die zwei WM-Titel (1930 und 1950) vier Sterne? Die Südamerikaner haben sich für ihre beiden Olympiasiege in den Jahren 1924 und 1928 kurzerhand zwei zusätzliche Sterne an die Brust geheftet - was offenbar von den sonst so gestrengen Wächtern des Weltverbandes Fifa geduldet wird.