Valentin Lazaro (10) gilt als einer der größten Talente. Bei der WM will er es beweisen. - © Diener
Valentin Lazaro (10) gilt als einer der größten Talente. Bei der WM will er es beweisen. - © Diener

Dubai. (apa/art) Was haben Neymar, Francesco Totti, Iker Casillas, Toni Kroos und viele andere gemeinsam? Richtig, sie gelten als Stars des internationalen Fußballs. Und sie haben sich ihre ersten Sporen bei U17-Weltmeisterschaften verdient. Ab Samstag schickt sich eine österreichische Auswahl an, die internationale Bühne in den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenfalls als Karrieresprungbrett zu nützen.

Gegen Kanada, am Samstag in Dubai Auftaktgegner (15 Uhr/18 Uhr zeitversetzt auf Sport+), Mitfavorit Argentinien und den Iran geht es für die Mannschaft von Hermann Stadler in Gruppe E einerseits um den Aufstieg in die K.o.-Runde, andererseits darum, im Wetteifern um das Interesse von Spionen aus aller Welt hervorzustechen. Zu sehr dürfe man sich von der Aussicht auf einen möglichen Vertrag bei einem Topklub allerdings nicht blenden lassen, sagt Adrian Grbic. "Es kommen extrem viele Scouts. Wichtig wird sein, dass wir uns auf das konzentrieren, was wir am besten können", betont der Stuttgart-Spieler, neben Michael Lercher (Werder) und Goalie Lucas Bundschuh (Freiburg) einer von drei Legionären im Kader.

Lazaro auf dem Weg zurück

Der Bekannteste in der Mannschaft ist allerdings ein Spieler, der in Österreich seinem Alltag nachgeht: Salzburgs Valentin Lazaro gilt als eines der größten Talente im heimischen Fußball, er hat sogar schon in der Start-Elf bei den Bundesliga-Profis gespielt. Allerdings warf ihn ein beim 3:3 gegen Rapid im Frühjahr erlittener Mittelfußknochenbruch zurück. Zur U17-EM im Mai, als Österreich sich mit einem dritten Gruppenrang das Ticket für die Emirate holte, kehrte er zurück. Doch gerade erst genesen, erlitt er ein Monat später eine weitere Fußverletzung. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber ich fühle mich im Training schon recht wohl", sagt er. "Ich darf halt nur nicht gleich ang’fressen sein, wenn etwas nicht so klappt."

Dass er unter gewissem Erwartungsdruck steht, macht ihm ebenso wenig aus wie die ungewohnte Aufmerksamkeit, die den Nachwuchsspielern bei einem solchen Turnier zuteil wird. "Es sollte nicht hemmen, dass man sich vor so vielen Scouts präsentieren kann, sondern es sollte Spaß machen."

Und ein bisschen Erfahrung haben er und seine Kollegen auch schon mit solchen Situationen. Immerhin war der Großteil des aktuellen Teams schon bei der U17-EM in der Slowakei im Mai dabei (Lercher: "Ich denke schon, dass die Erfahrung hilft, aber ganz vergleichen kann man es nicht. Die WM ist schon was Größeres"), zum anderen haben vor allem die Jungspieler der Austria heuer in der Youth Champions League aufgezeigt. In dem neu geschaffenen Uefa-Bewerb, in dem vor den Partien der Champions League der Männer auch die U19-Auswahlen der jeweiligen Klubs gegeneinanderspielen, gab es gegen die Alterskollegen des FC Porto und Zenit St. Petersburg zwei 3:0-Siege. Dass er wie seine im Team befindlichen Austria-Kollegen am kommenden Dienstag, wenn es daheim gegen Atlético Madrid geht, nicht dabei sein können, kann Sascha Horvath aber verschmerzen. "Am selben Tag, an dem wir gegen Atlético spielen würden, treten wir nun gegen Argentinien an. Das ist schon höher einzuschätzen", meint er.

Allein das zeigt die Stellung der weltweiten Nachwuchs-Endrunden - und nicht zuletzt auch das Potenzial der heimischen Jungkicker. Erst einmal, 1997 unter Paul Gludovatz, war eine rot-weiß-rote U17-Auswahl bei einer WM dabei, damals schied die Mannschaft, aus der nur der Paul Scharner und Martin Stranzl den internationalen Durchbruch schafften, mit null Punkten aus.

Ihre Nachfolger wollen es nun besser machen und sich eher an Sebastian Prödl und Co. orientieren. Diese haben mit dem vierten Platz bei der U20-WM 2007 für den bisher größten Erfolg im Nachwuchsfußball gesorgt. Es muss ja nicht jeder gleich ein Totti werden.