Nizza. Für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft fällt am Sonntag der Startschuss zum Abenteuer EM-Qualifikation. Ab 12.00 Uhr werden in Nizza die Quali-Gruppen für die kontinentale Endrunde 2016 in Frankreich ermittelt. Dabei hofft die Auswahl von Teamchef Marcel Koller auf mehr Losglück als in den vergangenen Jahren.

In den jüngsten zwei Qualifikationen zählte Deutschland zu den Gegnern der Österreicher, diesmal würde ÖFB-Präsident Leo Windtner dem dreifachen Welt- und Europameister gerne aus dem Weg gehen. "Bei aller Freundschaft, die uns mit den Deutschen verbindet - wir würden es verschmerzen, wenn wir sie jetzt nicht mehr in der Gruppe haben", erklärte der Oberösterreicher, der gemeinsam mit Koller und ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig nach Nizza reist.

"Keine Hammergruppe"
Auch auf einen Trip nach Kasachstan wie in den vergangenen zwei Qualis könnte Windtner verzichten. "Aber die Auslosung ist kein Wunschkonzert. Das Wichtigste ist, keine Hammergruppe zu bekommen."

Die Chancen auf den ersten auf sportlichem Wege erreichten EM-Start und die erste Turnier-Teilnahme seit der Heim-EURO 2008 stehen so gut wie schon lange nicht. Erstmals geht eine EM mit 24 Mannschaften über die Bühne - das hat zur Folge, dass die Sieger, die Zweiten und der beste Dritte der neun Gruppen fix für die EM qualifiziert sind. Die acht übrigen Dritten kämpfen im November 2015 in Play-offs um die vier verbliebenen Plätze.

Das ÖFB-Team wird aus Topf 3 gezogen. Aus Topf 1 drohen Kaliber wie Deutschland oder Spanien, aber auch Mannschaften wie Griechenland oder Bosnien-Herzegowina, die in Reichweite sein könnten. In Topf 2 warten ebenfalls Top-Teams wie Kroatien oder Belgien und schlagbare Gegner wie Ungarn oder Irland.

Namhafte Gegner werden im Happel geschlagen
Selbst bei einer günstigen Auslosung ist für Windtner die EM-Teilnahme kein absolutes Muss. "Im Fußball gibt es keine Garantie. Aber wir werden alles dafür mobilisieren. Der Betreuerstab und die Mannschaft sind sich der Aufgabe bewusst, es ist der echte Wille da, das Ziel zu erreichen", sagte der ÖFB-Boss.

Die Quali-Partien gegen die namhaften Gegner werden laut Windtner wieder im Happel-Stadion ausgetragen. Für das eine oder andere Heimspiel gegen einen laut Papierform schwächeren Kontrahenten sei aber wie bisher eine Austragung außerhalb Wiens denkbar.

Mit der Vergabe der Heimspiele kann sich der ÖFB noch am Sonntag beschäftigen - der genaue Spielplan wird vom UEFA-Computer erstellt und schon gegen 16.30 Uhr veröffentlicht. Terminkonferenzen wie in den vergangenen Jahren gehören ab sofort der Vergangenheit an.

Die EM-Qualifikation, deren Partien an Doppel-Runden von Donnerstag bis Dienstag ausgetragen werden, beginnt mit einem Match pro Mannschaft am 7./8./9. September. Es folgt ein "Double Header" am 9./10./11. und 12./13./14. Oktober, der vierte und letzte Quali-Spieltag in diesem Jahr ist für 14./15./16. November angesetzt.

Termine EM-Qualifikation:
1. Runde: 7./8./9. September 2014
2. Runde: 9./10./11. Oktober
3. Runde: 12./13./14. Oktober
4. Runde: 14./15./16. November
5. Runde: 27./28./29. März 2015
6. Runde: 12./13./14. Juni
7. Runde: 3./4./5. September
8. Runde: 6./7./8. September
9. Runde: 8./9./10. Oktober
10. Runde: 11./12./13. Oktober
Play-off: Hinspiele 12./13./14., Rückspiele 15./16./17. November
EM in Frankreich von 10. Juni bis 10. Juli 2016