Nizza/Wien. (rel) Russlands Nationaltrainer brachte es auf den Punkt. "Wir haben mit Schweden, Österreich und Montenegro sehr gute Gegner", bemerkte Fabio Capello am Tag nach der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Fußball-EM 2016 in Frankreich. "Diese drei Teams und wir werden um die EM-Tickets kämpfen." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Plan...
Der Plan...

Zumindest die Schweden sind den Österreichern seit der knapp verpassten WM-Qualifikation im Vorjahr nicht unbekannt, genauso gelten aber auch Montenegro und Russland als schlagbar. Dass die Nationalmannschaft am 8. September mit einem Heimspiel gegen Schweden in die EM-Qualifikation startet, ist Coach Marcel Koller nur recht. "Wir haben von den ersten vier Spielen drei zu Hause. Es ist so, dass es jetzt gut aussieht, aber es kommt jetzt darauf an, dass man die Spiele dann auch gewinnt", betonte er. Montenegro und Schweden sind für ihn die Topfavoriten in der Gruppe G. Auch gegen die Russen dürfe man sich aber Chancen ausrechnen, so der Schweizer. "Ich denke, dass auch gegen die Russen was möglich sein wird, wenn wir das Maximum herauskitzeln könnten."

Was nun Montenegro betrifft, so ist der Kandidat aus Topf vier, der selbst noch nie an einer WM-oder EM-Endrunde teilgenommen hat, aus rot-weiß-roter Sicht alles andere als ein Wunschlos. Das sieht auch Koller so. "Es ist eine Mannschaft, die sicher unangenehm wird", sagte der 53-Jährige. Moldawien und Liechtenstein dürfe man zudem nicht unterschätzen. "Liechtenstein kenne ich von früher, gegen die hat Österreich früher ja auch schon ein paar Mal gespielt und hat natürlich das eine oder andere Problemchen gehabt", sagte Koller.

Worauf es nun bei der Qualifikation ankommt? Für Koller eine glasklare Sache: "Die Mannschaft muss sich weiterentwickeln und die Geilheit haben, Spiele gewinnen zu wollen", sagte er. Das gelte vor allem auch für Partien in der Fremde. "Wenn wir in Frankreich dabei sein wollen, müssen wir unsere Auswärtsprobleme beheben."

Alaba hat "mit Schweden noch eine Rechnung offen"

Dass man auswärts eine bessere Leistung wird zeigen müssen, darüber ist sich auch der Kader im Klaren. Was die kommenden Qualifikationsspiele betrifft, gibt man sich optimistisch. "Wir brauchen uns in dieser Gruppe nicht zu verstecken", sagte etwa David Alaba und nannte vor allem das Antreten gegen Schweden ("Mit denen haben wir noch eine Rechnung offen") als Motivation. Weniger angriffslustig, aber dennoch zuversichtlich gab sich Kapitän Christian Fuchs. Zwar seien Russland, Schweden und Montenegro sicher als "sehr stark" beziehungsweise als "unangenehm" einzuschätzen. "Aber ich denke, dass wir insgesamt kein schlechtes Los erwischt haben und die Gruppe machbar ist", bekannte er.

Um sich auf den bisher wenig bekannten Gegner Russland einstellen zu können, hat Koller angekündigt, Fabio Capellos Team, das sich im Unterschied zu Österreich und Schweden für die WM qualifizieren konnte, in Brasilien genau unter die Lupe nehmen zu wollen. Das Spiel gegen die Russen steigt - nach Schweden, Moldawien (9. Oktober) und Montenegro (12. Oktober) - am 15. November in Wien. "Ich würde mich freuen, wenn wir ihnen Schmerzen bereiten könnten", ließ Koller Capello ausrichten. Die Spiele mögen beginnen.