• vom 26.03.2014, 19:22 Uhr

Fußball


Nations League

Eine Liga für jedermann




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  • Die Pläne der Uefa für die Einführung einer Nations League nehmen Gestalt an.

Gianni Infantino will mit der Nations League - wie im Europacup - das große Los ziehen.

Gianni Infantino will mit der Nations League - wie im Europacup - das große Los ziehen.© epa/Trezzini Gianni Infantino will mit der Nations League - wie im Europacup - das große Los ziehen.© epa/Trezzini

Astana. (rel) Österreich darf sich glücklich schätzen. Wer hat schon die einzigartige Chance, in einem Freundschaftsspiel gegen den aktuellen WM-Vierten und zweifachen Weltmeister Uruguay anzutreten? Auch dass die Truppe von Coach Marcel Koller die Gelegenheit erhält, sich im Mai und Juni gleich mit zwei Ländern, Island und Tschechien, zu messen, ist keine Selbstverständlichkeit.


Denn das mit den Freunden im Fußball ist nun einmal so eine Sache. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino brachte es am Rand der Exekutivkomitee-Sitzung, die am Mittwoch in der kasachischen Kapitale Astana eröffnet wurde, auf den Punkt: "Es gibt einige Länder, gegen die jeder spielen will, und andere, die kaum Gegner finden."

Ein Blick in den Spielkalender für 2014 genügt. Außerhalb regulärer Turniere relativ selten am Rasen präsent sind unter anderem Bulgarien und die Ukraine, die beide heuer nur ein Freundschaftsspiel angekündigt - und bereits absolviert haben. Als Gegner offenbar unbeliebt sind neben Färöer, das 2014 überhaupt keine Partie bestreitet, auch Malta, Liechtenstein und Georgien, die jeweils zu zwei Spielen eingeladen wurden - darunter von unspektakulären Fußballnationen wie Albanien, Weißrussland oder Saudi-Arabien.

Um diesem System der Freundschaftsspiele eine neue Struktur und mehr Fairness zu geben, beraten Delegierte aus 54 Uefa-Mitgliedstaaten derzeit in Astana über die Einführung eines neuen Turniermodells, das das bisherige Freundschaftsspielesystem weitgehend durch eine eigene Nationenliga (Nations League) ersetzen soll.

Details über die exakten Strukturpläne für die Nations League wurden am Mittwoch nicht bekannt. Fix ist nur, dass der Bewerb zur dritten wichtigen Konkurrenz für Europas Teams nach WM- und EM-Endrunden werden soll. Die Liga könnte demnach aus drei bis vier Divisionen bestehen, denen die Nationalmannschaften je nach ihrer Weltranglisten-Platzierung zugeteilt werden, wobei die Möglichkeit zum Auf- beziehungsweise Abstieg gegeben sein soll. Als Höhepunkte sollen in ungeraden Jahren Final-Four-Turniere ausgespielt werden. Ebenfalls diskutiert wird, ob in der Nationenliga auch Tickets für WM und EM vergeben werden.

Völlig auf Freundschaftsspiele verzichten will die Uefa auch wieder nicht. Auch wenn die Zahl der Freundschaftsspiele durch die Nations League sinken wird, so sollen auch weiterhin Termine dafür frei gehalten werden. Wie das funktionieren soll, wollte Uefa-General Infantino am Mittwoch nicht sagen und blieb bei den üblichen Floskeln: "Die Diskussion wurde durch unsere Arbeit ausgelöst, einen neuen internationalen Kader zu etablieren", erklärte er. "Deshalb haben wir nach etwas Neuem gesucht."

Kampf gegen Wettbetrug
Neue Wege sucht die Uefa derzeit nicht nur im Bereich der Freundschaftsspiele, sondern auch in ihrem Kampf gegen Wettbetrüger. Geht es nach Infantino, könne der Wettbetrug nur mithilfe einheitlicher, international gültiger Sanktionen bekämpft werden. Mit der Folge, dass etwa überführte Betrüger in Zukunft mit europaweiten Sperren auf Lebensdauer belegt werden können. Verjährungsfristen sollen entfallen. Dies alles gehe aber nur, wenn der Sportbetrug - wie auch von Polizeibehörden gefordert - als Verbrechen im Strafrecht verankert würde, sagte Infantino. "Wir möchten eine gemeinsame Grundlage in ganz Europa schaffen."

Dass das Frühwarnsystem der Uefa, das rund 32.000 Partien pro Jahr überwacht, bisher "nur" bei 0,7 Prozent der Spiele angeschlagen hat, beruhigt Infantino nicht. "Selbst 0,001 Prozent wären zu viel", betonte er. "Unser Ziel ist es, Spielmanipulationen komplett aus dem Fußball zu eliminieren. Daran arbeiten wir."




Schlagwörter

Nations League, UEFA

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Dokument erstellt am 2014-03-26 17:26:06
Letzte Änderung am 2014-03-26 17:35:38


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Wir wollen keine gestriegelten Typen

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