Am Ende ist es Chelsea mit Samuel Eto’o doch gelungen, PSG (links: Marco Verratti) auszuhebeln. - © ap
Am Ende ist es Chelsea mit Samuel Eto’o doch gelungen, PSG (links: Marco Verratti) auszuhebeln. - © ap

London. Zwei Vorteile hatte der FC Chelsea vor dem entscheidenden Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Paris St. Germain ins Treffen geführt: die relative Heimstärke der Truppe von Coach José Mourinho an der Stamford Bridge sowie das verletzungsbedingte Fehlen von Paris-Superstar Zlatan Ibrahimovic. Genutzt hat es den Engländern allemal. PSG hat die Partie am Dienstagabend 0:2 verloren und damit stehen die Blues - wie auch Real Madrid - überraschend als Semifinalist fest.

Tatsächlich hat es für die Franzosen von Anfang an nicht nach einem Erfolg ausgesehen. Erst ein Freistoß in der sechsten Minute, dann ein gefährlicher Vorstoß in den PSG-Sechzehner (9.) brachten Chelsea einem möglichen 1:0 nahe. Vorne immer mit dabei Frank Lampard, der sich redlich bemühte, das Spielgeschehen in der gegnerischen Hälfte zu halten, während die Gäste weiter ohne Torchance blieben. Selbst als Mourinho mit Eden Harzard einen seiner besten Kicker verletzungsbedingt austauschen musste, tat dies der Motivation der Londoner keinen Abbruch. Da nutzten den Franzosen auch die vielen gewonnenen Zweikämpfe nichts, und so war es Lampard, der mit einem gut platzierten Freistoß das 1:0 ankündigte (28.). Den Treffer anschreiben sollte schließlich der für Hazard eingewechselte André Schürrle, der nur vier Minuten später eine Flanke von David Luiz vom Lauf heraus verwandeln konnte.

In ähnlicher Manier ging es in der zweiten Spielhälfte weiter. Dabei hatte PSG noch Glück, als erst Schürrle das Leder vom 16er, danach Oscar aus einem Freistoß gegen die Latte von Paris-Goalie Salvatore Sirigu hagelte. So gesehen hätte Chelsea in Minute 53 schon 2:0 führen können. Allein Treffer Nummer zwei wollte und wollte nicht fallen - auch nicht durch Schürrle, als er Sirgu mit einem Aufsetzer in Not brachte (71.). Dafür fand in den letzten 20 Minuten Paris St. Germain langsam ins Spiel zurück, allerdings vermochten weder Maxwell noch Edinson Cavani den erlösenden Ausgleich zu erzielen. Das sollte sich, wie so oft im Fußball, rächen - und Demba Ba durch einen Abstauber wenige Minuten vor Schluss zum gefeierten Held des Abends werden.

Uefa prüft PSG-Finanzen


Ungeachtet der Viertelfinalniederlage hat die Uefa indessen Untersuchungen gegen Paris St. Germain eingeleitet. Im Fokus steht ein umstrittener Sponsoring-Vertrag mit dem katarischen Tourismuswerber QTA, der jährlich 200 Millionen Euro in die PSG-Kassen spülen soll. Grundlage der Prüfung sind Financial-Fair-Play-Regeln, die den Fußball vor unlauterem Wettbewerb, steigender Verschuldung und illegalen Finanzdeals zu schützen soll. Mit Blick auf Paris glaubt die Uefa die Tatbestände erfüllt. Wobei den Franzosen keine Wahl bleibt. Denn fließen die Ölmillionen nicht, sind höhere Schulden nicht zu vermeiden. Tatsächlich dürfte PSG weit mehr als die nach Uefa-Regeln erlaubten 45 Millionen Euro, die bis 2015 noch aufgenommen werden könnten, benötigen, um über die Runden zu kommen.

Es sei denn, man schnallt den Gürtel enger. Und genau das will die Uefa dem Klub nun nahelegen, anderenfalls drohen Sanktionen. Diese reichen von einem Moratorium bis zum Titelentzug, was wiederum bedeuten würde: Sollte Paris St. Germain in diesem Jahr tatsächlich die Champions League gewinnen, so würde der Titel aus allen Jahrbüchern gestrichen. Allein bei den Franzosen sieht man die Entwicklung (noch) gelassen und bleibt dabei: Der Vertrag mit dem katarischen Tourismuswerber QTA sei rechtens.