Ried/Amstetten. (rel/apa) Besieht man den Stand in der Bundesliga-Tabelle, scheint eigentlich die Sache gelaufen. Mit der unerwarteten Niederlage gegen Innsbruck und dem klaren 2:0-Sieg der Austria über Wiener Neustadt am Wochenende bleibt der SV Ried, derzeit mit neun Punkten hinter den Violetten nur Fünfter im Ranking, nur eine einzige Chance, um vielleicht doch noch zu den erhofften Ehren im Europacup zu gelangen: ein Erfolg im ÖFB-Cup, der am Dienstag und Mittwoch in die Viertelfinalspiele startet.

Immerhin da sieht die Welt rosiger und besser aus, geht es doch für den zweifachen Cupsieger im Spiel gegen den Erste-Liga-Klub St. Pölten am Dienstag (20.30 Uhr /live ORF Sport+) um den fünften Halbfinaleinzug en suite. Zuletzt schnappten die Rieder, die bereits 1998 die Trophäe erobert hatten, vor drei Jahren Austria Lustenau den Pokal weg. Dieses Ziel - und damit Cup Nummer drei - hat sich die Elf von Michael Angerschmid daher auch heuer wieder gesetzt. Ob es gelingen wird, steht auf einem anderen Blatt, immerhin verlief die Formkurve zuletzt nicht vielversprechend. Das weiß auch der Trainer. "In der jetzigen Situation sind wir gegen keine Mannschaft Favorit", sagte Angerschmid am Sonntag und beklagte unter anderem die dünne Personaldecke als Mitursache dafür, dass man nur eine der jüngsten zehn Ligapartien hatte gewinnen können. Die Flinte ins Korn werfen will man aber doch nicht. "Wir müssen bis Dienstag körperlich wieder so fit sein, sodass wir über 90 oder auch 120 Minuten marschieren können", meinte Kapitän Thomas Gebauer. "Es ist die letzte Chance für einen internationalen Startplatz." Und: "Wir wissen, was auf dem Spiel steht."

Dass vieles am Spiel steht, wissen auch die St. Pöltner, die sich allerdings im Gegensatz zu Ried klar steigern konnten. So verloren die Niederösterreicher nur zwei ihrer jüngsten 15 Partien. Das ist wohl auch Trainer Gerald Baumgartner geschuldet, der das Team im Herbst auf Rang sieben übernahm, das aktuell auf Platz drei steht. 2013 führte er den FC Pasching sensationell zum Cupsieg. Nicht umsonst wird der 49-Jährige bereits als Nachfolger von Grödigs Adi Hütter gehandelt. Nun hat St. Pölten nicht als einziges Team das Zeug für einen niederösterreichischen Überraschungsauftritt im Cup-Halbfinale. Ob am Ende der Erste-Liga-Klub SV Horn oder doch Regionalligist SKU Amstetten aufsteigen wird, wird das zweite Viertelfinalspiel am Dienstag in Horn (19.30 Uhr) weisen.

Amstetten ist nicht Pasching


Allerdings sind die Gastgeber gewarnt. Immerhin eliminierten die Amstettner mit den Zweitligisten Altach und Mattersburg doch bereits zwei höher eingestufte Kontrahenten. Mit dem FC Pasching will SKU-Trainer Heinz Thonhofer dennoch nicht verglichen werden. "Pasching hat den Cup verdient gewonnen, aber die hatten mit einigen Profis auch die Qualität dafür", erinnerte er. Was aber nicht bedeutet, dass man nicht doch an ein Wunder glaubt.