Lissabon/Sevilla. (rel/apa) Eines steht auf jeden Fall schon einmal fest. Die iberischen Fußballklubs sorgen derzeit nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Europa League für Furore. So empfängt nach dem vorzeitig fixierten 33. Meistertitel Benfica Lissabon am Donnerstagabend im Europa-League-Halbfinale (21.05 Uhr/live ORFeins) Italiens überlegenen Tabellenführer Juventus Turin. Ohne iberische Beteiligung - genau genommen aus Spanien - kommt auch das Finalspiel am 14. Mai in Turin nicht aus, zumal ja das zweite Semifinale von FC Sevilla und Valencia CF bestritten wird.

Dabei steht vor allem für Benfica viel auf dem Spiel. Der Klub hat die Chance auf das Triple und kann damit das im Vorjahr Versäumte schnellstmöglich nachholen. Damals war das entscheidende Meisterschaftsspiel gegen Porto ebenso wie das Europa-League-Finale gegen Chelsea und das Cup-Endspiel gegen Vitória Guimarães 1:2 verloren worden. Juventus will die Träume vom Dreifach-Triumph des portugiesischen Champions aber vorzeitig beenden und unbedingt das Finale in der Heimarena erreichen.

Sevilla als Favorit


Für Juve ist es sogar das erste Europacup-Halbfinale seit dem verlorenen Champions-League-Endspiel 2003 gegen den AC Milan, seit dem Champions-League-Sieg 1996 warten die Bianconeri auf einen Triumph in einem europäischen Bewerb. "Wir sind deshalb nach dieser langen und kraftraubenden Saison extrem motiviert, diese Trophäe zu holen, noch dazu findet das Finale in unserem Stadion statt", sagte Juventus-Mittelfeldspieler Claudio Marchisio.

Bei den Turinern steht erneut der leicht angeschlagene Topstürmer Carlos Tévez im Fokus. Der 30-jährige Argentinier hat in dieser Serie-A-Saison bereits 18 Treffer erzielt, nun wartet er jedoch seit mehr als fünf Jahren, genau genommen seit dem 7. April 2009 - als er beim 2:2 seines damaligen Klubs Manchester United im Viertelfinale der Champions League daheim von der Wechselbank kommend gegen Porto traf - auf ein Europacup-Tor.

Als rein innerspanische Angelegenheit gestaltet sich wiederum das zweite Halbfinalspiel. Hier bekommt es Sevillas Coach Unai Emery mit seinem Ex-Klub Valencia zu tun, den er von 2008 bis 2012 betreut und drei Mal in Folge in die Champions League geführt hatte. Derzeit liegt Valencia aber in der Tabelle lediglich auf Platz acht und hat vier Runden vor Schluss bereits neun Punkte Rückstand auf Rang sechs, der für die Europa-League-Qualifikation notwendig ist.

Sevilla ist dagegen als Tabellenfünfter noch voll im Rennen um Platz vier und die damit verbundene Champions-League-Qualifikation. Der andalusische Spitzenklub ist im Hinspiel gegen Valencia klarer Favorit, da Sevilla - einst Heimklub von Toni Polster - seit fast zehn Jahren kein Heimspiel gegen den Liga-Konkurrenten verloren hat. "Wir gehen deshalb voller Selbstvertrauen in dieses Spiel", erklärte Sevilla-Stürmer Carlos Bacca voller Selbstvertrauen. Valencia hofft dagegen erneut auf den Torriecher von Paco Alcacer, der zuletzt im Viertelfinale beim 5:0-Heimtriumph nach Verlängerung gegen Salzburg-Bezwinger FC Basel mit drei Treffern Matchwinner war.

Allein, die iberischen Fans dürfen sich freuen. Die Chancen dafür, dass die Trophäe am 14. Mai in heimischen Händen landet, stehen bei mehr als 50 Prozent.