Wien. (rel/apa) Als Emanuel Pogatetz im Mai 2002 sein Spieler-Debut in der österreichischen Nationalmannschaft (gegen Deutschland) feierte, war Valentino Lazaro gerade einmal sechs Jahre alt. Zwölf Jahre später könnte er nun in den Testländerspielen gegen Island am 30. Mai in Innsbruck und Tschechien (am 3. Juni in Olmütz) gemeinsam mit Pogatetz für Rot-Weiß-Rot einlaufen. So will es zumindest der Chef - Marcel Koller.

Der begründete seine Entscheidung für den 18-Jährigen, der seit 2012 bei Red Bull Salzburg spielt, anlässlich der Kaderbekanntgabe am Donnerstag so: "Es ist die letzte Möglichkeit, vor der EM-Qualifikation etwas zu testen." Deswegen habe er sich bei der Auswahl seines 24-köpfigen Aufgebots entschieden, mit Lazaro "einen jungen Spieler mit Perspektive dazuzunehmen". Der Spieler sei ihm schon in der U15 und U16 aufgefallen, sagte Koller. Auch habe er bei Salzburg im Herbst elf Ligaeinsätze absolviert. Lob gab es für Lazaros besonderes Talent: "Er ist extrem schnell und hat eine gute Technik. Von seinen Fähigkeiten her ist er ein absoluter Perspektivspieler", schloss der Teamchef. Allein eine Garantie für eine mögliche Einberufung in den Kader für die EM-Qualifikationsspiele ist das aber nicht. Koller: "Es ist eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Wenn er so stark ist, dass wir ihn nicht mehr zurückgeben können, dann werden wir das auch nicht tun. Es soll auch ein Zeichen sein für die Jungen, die unten sind - dass wir auf sie schauen."

Das wird auch mit Blick auf die übrigen Nominierungen im Kader deutlich. Nachdem sich Salzburgs Martin Hinteregger oder Rapids Marcel Sabitzer im ÖFB-Team bereits etabliert haben, rücken nun mit Stefan Ilsanker und Andreas Ulmer, der nach zwei Jahren ins Aufgebot zurückkehrt, zwei weitere Jungspieler nach. So soll Ulmer den verletzten Kapitän Christian Fuchs, der sich nach seiner Knieoperation noch im Aufbautraining befindet, ersetzen. Dazu fehlt neben Stürmer Martin Harnik auch Veli Kavlak wegen einer Schulterverletzung. Der Beºiktaº-Legionär muss sich wegen eines Muskelrisses kommende Woche einer Operation unterziehen. Dafür steht Julian Baumgartlinger im Mittelfeld wieder zur Verfügung.

EM-Auftakt gegen Schweden

Was nun die Testspiele gegen Island und Tschechien - die letzten vor der ersten EM-Qualifikationspartie gegen Schweden im Herbst - betrifft, zeigte sich Koller voller Zuversicht. "Island ist eine Mannschaft in unserem Bereich. Wir spielen gerne gegen bessere oder gleichwertige Gegner", meinte er. Langfristig sei aber die Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 in Frankreich das Ziel. Eine Warnung hatte der Trainer dann doch parat: "Es ist klar, dass das kein Selbstläufer wird." Denn nachdem das EM-Feld von 16 auf 24 Teams vergrößert worden war, sei auch die öffentliche Erwartungshaltung gestiegen, erklärte er. "Die Spieler dürfen nicht glauben, wir müssen jetzt so was von locker mit dabei sein. Diese Qualifikation wird auf Messers Schneide ablaufen."

Den Auftakt macht am 8. September das Heimspiel in Wien gegen Schweden. An den Skandinaviern war das Team in der vergangenen WM-Qualifikation gescheitert. "Ein absoluter Topfavorit ist nicht dabei", sagte der Coach über die Gruppe G. Vor einem Gegner warnte Koller dennoch: Montenegro. "Die können locker mit uns mitspielen."