Barcelona. Zum dritten Mal in Spaniens Fußball-Geschichte fällt die Meisterschaftsentscheidung in der letzten Runde im direkten Duell zweier Titelaspiranten. Der FC Barcelona empfängt Tabellenführer Atlético Madrid am Samstag (18 Uhr/live laola1.tv) bei drei Punkten Rückstand - damit ist klar: Bei einem Sieg gegen den Champions-League-Finalisten wären die Katalanen zum fünften Mal in den vergangenen sechs Saisonen Meister. Doch die Aufgabe für den Titelverteidiger ist nicht einfach. Fünf Duelle der beiden Klubs gab es in diesem Spieljahr bereits, vier Mal endeten sie remis (unter anderem im Supercup), ein Mal siegte Atlético (im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League).

Atlético letztmals 1996 Meister


Bei Barcelona herrschte in den vergangenen Tagen vor allem Freude darüber, überhaupt noch eine Titelchance bekommen zu haben. Diese war nur durch zwei Remis von Atlético in Folge möglich geworden, zuletzt ein Heim-1:1 gegen Málaga. Daher war für Barça das eigene 0:0 bei Elche zu verschmerzen, umso mehr in Anbetracht des 0:2 von Real Madrid bei Celta de Vigo. Denn damit verabschiedeten sich die Königlichen endgültig aus dem Titelrennen. Während Real bereits den Cupsieg eingefahren und noch die Hoffnung hat, am 24.Mai im Champions-League-Finale in Lissabon ein zweites Mal in dieser Saison zuzuschlagen, sind auch für den kleinen Stadtrivalen Atlético zwei Titel möglich: Der Meistertitel wäre der erste für den Klub seit 1996, in der Königsklasse haben die Rojiblancos noch nie zuschlagen können. "Wir haben eine historische Chance auf zwei Titel", sinnierte daher Atlético-Kapitän Gabi über die wohl erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. "Wir sind stolz, da wir viele Leute mit unserer Leidenschaft und unserer Begeisterung für uns gewonnen haben."

Doch Lionel Messi und Co. sind - nachdem sie die Meisterschaft eigentlich schon abgeschrieben hatten - plötzlich wieder voll motiviert. "Wir spielen daheim vor unseren Fans, es liegt in unserer Hand", erklärte Stütze Xavi. "Doch es wird schwierig, da Atlético die beste Defensive Europas hat." Ein Titelgewinn würde Barcelonas Saison nach den Niederlagen im Supercup- und Cup-Finale sowie dem Champions-League-Out einigermaßen retten. Für Coach Gerardo Martino käme der Titel aber zu spät, der Argentinier dürfte den Trainersessel zu Gunsten von Barcelona-Legende Luis Enrique räumen.

Martinos Landsmann Diego Simeone, der die aktuelle Klassemannschaft von Atlético geformt hat, ist jedenfalls so oder so in der besseren Position und geht - zumindest nach außen hin - gelassen in diesen finalen Titel-Triller. "Wir haben nichts zu verlieren", meinte er angesichts der budgetären Überlegenheit von Barcelona. Er kann zudem wieder auf den zuletzt verletzt gewesenen Teamstürmer Diego Costa setzen, auch Barça kann in Bestbesetzung - mit Neymar, Gerard Pique und Jordi Alba - im Camp Nou antreten.

Messi bekommt besseren Vertrag


Und auch Superstar Messi kann wieder befreit aufspielen, ohne sich sorgen zu müssen, vielleicht zu wenig zu verdienen. Der 26-Jährige hat sich mit Barcelona jedenfalls auf eine Aufbesserung seines Vertrags geeinigt. Einzelheiten über den Inhalt wurden nicht genannt, laut Medienberichten dürfte das Jahresgehalt des Stürmers künftig bei etwa 20 Millionen Euro liegen - rund fünf Millionen mehr als bisher.