Klagenfurt. (rel) Dass es kein Vergnügen ist, als amtierender Meister eine Cup-Finalpartie gegen einen Unterhausklub zu verlieren, hat die Wiener Austria erst in der vergangenen Saison demonstriert. Aber nicht nur deshalb gerät heuer das Pokalspiel gegen den Sensationsfinalisten St. Pölten am Sonntag im Wörthersee-Stadion (16.30 Uhr/live ORFeins) für Red Bull Salzburg zum Charaktertest.

Denn eines ist für den österreichischen Meisterverein klar: Verlieren verboten. "Klar sind wir Favorit", meinte Mittelfeldmann Kevin Kampl am Freitag. Aber: "Nur wenn wir unser Spiel hundertprozentig auf den Platz bringen, können wir gewinnen. Wir dürfen dem Gegner keine Chance lassen, gefährlich zu werden." Denn möglich ist im Fußball alles. In der Tat hat sich Salzburg in der Liga nach dem in neuer Rekordzeit fixierten Titel und dem bitteren Aus in der Europa League nicht immer von der besten Seite gezeigt. Das gestand auch Kampl. "Manchmal ist es ein bisschen schwer, wenn du so früh Meister geworden bist, immer den Fokus aufrechtzuhalten", sagte der slowenische Teamspieler.

Dass das der Mateschitz-Truppe mehr schlecht als recht gelingen möge, darauf hofft St.-Pölten-Coach Gerald Baumgartner, der selbst eine Vergangenheit bei Red Bull hat und schon einmal im Cup - im Vorjahr mit dem späteren Gewinner Pasching - die Salzburger in die Schranken gewiesen hat. "Es wäre mir schon recht, wenn die Luft beim Gegner ein bisschen draußen wäre", erklärte er und warnte seine Mannschaft davor, zu viele Fehler zu begehen.

Unbestritten ist, dass sich Salzburg im Cup kaum Blöße gab. So erzielten Kampl und Co. in fünf Partien 30 Treffer - bei zwei Gegentoren.

Dabei ist Salzburg nicht die einzige Mannschaft, die es in Sachen Cup-Titel am Wochenende mit einem St. Pöltner Gegner zu tun bekommt. So treffen am Samstag (16 Uhr) in St. Veit/Glan die Damen von Neulengbach auf den FSK St. Pölten-Spratzern.

Ebenfalls am Samstag ihr Cup-Finale bestreiten die DFB-Damen im Berliner Olympiastadion - und das, wie es die Tradition will, unmittelbar im Vorfeld des Entscheidungsspiels der Herren, wo heuer Borussia Dortmund und Bayern München (20 Uhr/live ARD und Sky) um die begehrte Trophäe rittern. Wobei vor allem die Bayern ein Interesse haben, gute Figur zu machen. Denn mit einem möglichst überzeugenden Erfolg wollen ÖFB-Teamspieler David Alaba und Co. die jüngst aufgekommenen Zweifel am "System Guardiola" - Stichwort Ballbesitz - ausräumen. Tatsächlich könnten die Münchner am Samstag ihr zehntes Double - bisher ist man mit 16 Erfolgen Cup-Rekordsieger - perfekt machen. Dortmund holte die Trophäe bisher dreimal.

Einem Sieg im FA-Cup streben am Samstag (18 Uhr/live Sport 1) auch die Kicker von Arsenal London gegen Außenseiter Hull City an. Immerhin gilt es, eine neunjährige Durststrecke ohne Titelgewinn zu beenden. Allein die Erwartungshaltung der Fans ist riesig. Zuletzt stand der Klub 2011 im Liga-Cup in einem Finale und unterlag Birmingham City 1:2.