Lissabon. (apa/art) Es ist das erste Stadtderby im Finale der Fußball-Champions-League - und ein Heimspiel für Cristiano Ronaldo. Ausgerechnet in Lissabon, wo der 29-Jährige in der Jugendakademie von Sporting seinen fußballerischen Feinschliff erhalten hat, will Ronaldo seine Karriere mit Real Madrid krönen. Zwar hat der Portugiese schon einmal, 2008 mit Manchester United, die Trophäe im wichtigsten europäischen Fußball-Bewerb gewonnen, seit seinem Wechsel zu Real im Sommer 2009 um 94 Millionen Euro erwarten die Fans aber regelrecht, dass Ronaldo die Madrilenen zum ersten Champions-League-Titel seit 2002 und zehnten insgesamt führt.

Eine bessere Möglichkeit als im Finale gegen Atlético am Samstagabend (20.45 Uhr/Puls 4, ZDF, Sky) gibt es dafür wohl kaum. Zum einen verbindet die beiden Teams eine soziologisch bedingte Rivalität, da Atlético sein Image als Arbeiterverein pflegt, während Real sich gerne mit Glanz und Glamour à la Ronaldo schmückt, zum anderen ist es für Real die Chance auf Revanche: In der Meisterschaft schnappte Atlético den beiden Dauerdominatoren Barcelona und Real den Titel weg.

Für Ronaldo gilt in dieser Saison aber ohnehin nur die Champions League: "Die Décima ist jene Trophäe, die jeder Real-Fan will. Ich bin zu diesem Klub gekommen, um solche Titel zu gewinnen", sagt er. Und er hat in dieser Saison mit 16 Toren auch schon einiges dazu beigetragen, dass Real überhaupt so weit gekommen ist, obwohl er sich immer wieder mit kleineren Verletzungen herumschlagen musste.

Dass er ebenso wie Gareth Bale und wohl auch Karim Benzema rechtzeitig fit wurde, nährt die Hoffnungen der Fans. Bis auf Innenverteidiger Pepe, der durch Raphaël Varane ersetzt wird, den gesperrten Xabi Alonso sowie den gerade erst von einem Kreuzbandriss genesenen Sami Khedira hat Trainer Carlo Ancelotti seinen kompletten Kader zur Verfügung. Auch bei seinem Gegenüber Diego Simeone gab es zuletzt ein Aufatmen: Stürmerstar Diego Costa meldete sich nach einer Kurztherapie in Belgrad, wo sein Muskelfaserriss behandelt wurde, ebenso wieder im Training zurück wie Arda Turan. Obwohl die ganz großen Namen auf der Kaderliste Atléticos fehlen, die Mannschaft als leichter Außenseiter gilt, dürften die Konkurrenten gewarnt sein. Als einzige Mannschaft sind die Colchoneros, mit denen in der Gruppenphase unter anderem die Austria unliebsame Erfahrungen gemacht hat, in der laufenden Champions-League-Saison noch ungeschlagen.