Wien. Rekordmeister SK Rapid will den kapitalen Fehlstart in die Fußball-Bundesliga am Samstag vergessen machen. Nach dem 1:6-Debakel in Salzburg sollen im ersten Saison-Heimspiel im Ernst-Happel-Stadion gegen die SV Ried die ersten Punkte her. Die Innviertler sind in Wien ein gern gesehener Gast, haben sie doch in 34 direkten Duellen noch nie gewonnen. Allerdings haben die Grün-Weißen im Prater eine negative Bilanz zu Buche stehen: In bisher 75 Bundesligapartien gab es bei 17 Remis 32 Niederlagen und nur 26 Siege. Nur wenn man die Derbys gegen die Austria abzählt, bleibt Rapid eine ausgeglichene Bilanz.

Abgesehen dieser Statistik hieß es bei den Hütteldorfern diese Woche Wunden lecken. Am Mittwoch wurde ein internationales Testspiel genutzt, um sich wieder Selbstvertrauen zu holen. "Wir haben das 1:6 aufgearbeitet, so ein Match schluckt man nicht so ohne weiteres, und mit dem Sieg gegen Galatasaray auch wieder Selbstvertrauen getankt", sagte Rapid-Trainer Zoran Barisic. Beim 3:1 im Prater-Oval gegen den türkischen Topklub Galatasaray Istanbul trugen sich Dominik Wydra, Brian Behrendt und Deni Alar in die Schützenliste ein. "Es war ein guter Test gegen einen starken Gegner. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gebracht", so der zufriedene Barisic.

Den Schwung gelte es nun in die Meisterschaft mitzunehmen. "Wir müssen weiterarbeiten, an uns glauben und das Auftaktspiel vergessen machen", sagte der Rapid-Coach. Gegenüber dem Auftakt-Debakel wird es zu Umstellungen kommen: Fix ist, dass Mario Pavelic rechts in der Viererkette für den in Salzburg auf dieser Position überforderten Maximilian Hofmann in die Mannschaft rückt. "Er ist technisch und läuferisch stark", lobte Barisic den 20-jährigen Pavelic. Möglich ist auch ein Einsatz von Mittelfeldspieler Srdjan Grahovac, seine Arbeitsberechtigung ist nun doch eingetroffen. Zusätzlich hat Barisic durch die abgeschlossene Verpflichtung des Grazers Florian Kainz eine Alternative mehr. Die Rieder bangten noch um den Einsatz des am Oberschenkel angeschlagenen Clemens Walch, sonst kann Neo-Chefcoach Oliver Glasner was die Stammkräfte betrifft aus dem Vollen schöpfen. "Uns erwartet eine schwierige Aufgabe, wir fahren aber nach Wien, um drei Punkte zu holen. Wenn wir eine Topleistung abliefern, dann traue ich uns das zu", sagte Glasner. Die hohe Auftakt-Niederlage Rapids habe jedenfalls auf die Partie keinen Einfluss.

"Rapid hat den Heimvorteil, und es werden sicher sehr viele Zuschauer kommen. Wir freuen uns deshalb schon sehr auf das Match", sagte Rieds Trainer. Das gilt insbesondere auch für Innenverteidiger Harald Pichler. "Wir wollen den positiven Schwung aus dem ersten Spiel mitnehmen. Dann wird Rapid sicher einiges zu tun haben, um uns stoppen zu können", so der Ex-Rapidler, der in Runde eins einen 3:1-Sieg gegen Wr. Neustadt bejubelte.

So etwas wie Wiedergutmachung ist auch beim SV Grödig am Sonntag im Heimspiel gegen Sturm angesagt: Denn die 1:2-Heimniederlage gegen Cukaricki Belgrad in der Europa-League-Qualifikation war nicht das Gelbe vom Ei, blieb aber dank des 4:0-Auswärtssieges folgenlos. "Ich bin überzeugt, dass wir am Sonntag wieder eine ganz eine andere Mannschaft auf dem Platz sehen werden", kündigte Trainer Michael Baur an. Und kommenden Donnerstag geht es im Europacup schon wieder weiter: Nächster Gegner ist der moldawische Cupsieger Zimbru Chisinau.

St. Pölten feiert Aufstieg

Deutlich erfolgreicher verlief hingegen die Europacup-Heimpremiere von Zweitligist SKN St. Pölten, bei der der Cupfinalist am Donnerstagabend sogar heimische Sportgeschichte geschrieben hat: Die Niederösterreicher schafften es als erster österreichischer Nicht-Oberhaus-Klub im Europacup eine Runde weiterzukommen. Beeindruckend war vor allem die Art und Weise, wie der 2:0-Erfolg gegen Botew Plowdiw im Rückspiel zustande kam. "Es ist sehr selten, dass ein Spiel so läuft, wie man das will. Heute war aber so ein Spiel. Wir haben die Bulgaren von Beginn an unter Druck gesetzt und waren spielerisch, läuferisch, kämpferisch top", resümierte Herbert Gager nach der Begegnung. Als Belohnung warten nun zwei Duelle mit PSV Eindhoven - bevor es nach Holland geht, wartet am Montag noch der Erste-Liga-Alltag in Kapfenberg.