Wien. (rel) Die Zeiten, in denen sich Österreich ÖFB-Kicker als Legionäre im Ausland auf der Bank den Allerwertesten wund scheuerten, scheinen in dieser Saison ein für alle Mal vorbei. Zumindest legt dies der Befund über die Einsätze der Österreicher in der vergangenen Runde nahe. So standen etwa am Wochenende immerhin zwölf von insgesamt 17 für die Partie gegen Russland nominierten ÖFB-Kickern bis zu 90 Minuten auf dem Rasen, wobei dieses Mal vor allem Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic (beide Werder Bremen) mit Toren beziehungsweise Assists auf sich aufmerksam machten. Auf der Bank Platz nehmen mussten einzig Veli Kavlak (Beşiktas/Sperre), Marko Arnautovic (Stoke City/Handverletzung) Robert Almer (Hannover) und Christian Fuchs (Schalke 04). Hinzu kommt David Alaba, der sich vergangene Woche eine Verletzung am Knie zugezogen hatte und bereits operiert wurde. Für die ÖFB-Elf stellt der Ausfall des Bayern-Verteidigers gegen Russland am Samstag (18 Uhr/live
ORFeins) jedenfalls einen großen Verlust dar. "David ist für uns ein sehr wichtiger Spieler, es ist schade, dass er nicht dabei ist", sagte Teamchef Marcel Koller am Montag. "Aber wir haben einen guten Kader und Spieler, die den Ausfall auffangen können", erklärte der Schweizer und betonte: "Entscheidend ist die Mannschaft, nicht ein Einzelner."

Geht es nach dem Russen und Sturm-Legionär Naim Scharafi, so dürfen sich die ÖFB-Kicker auch so alle Hoffnungen auf einen Sieg machen. "Die Österreicher haben viel Selbstvertrauen und in der Tabelle zwei Punkte Vorsprung, das ist ein psychologischer Vorteil", erklärte er. Hinzu komme freilich noch der Heimvorteil. Und David Alaba? Dass er verletzt ist, ändere nichts an der Favoritenstellung des Österreicher, sagte Scharafi. "Es gibt viele gute Spieler, die ihn ersetzen können." Die Qual der Wahl hat nun Marcel Koller. Wer darf spielen? Wer muss auf die Bank?