London/Istanbul. (rel) Buenos Aires, Peking, London. Argentiniens Nationalmannschaft hat in den vergangenen Tagen mehr Flugkilometer abgespult als so mancher Kicker in einem ganzen Jahr. Und auch wenn die Freundschaftspartie vom Vormonat gegen den Erzrivalen Brasilien in der chinesischen Hauptstadt nicht so ganz nach Plan verlaufen ist (0:2), so bietet sich nun am Mittwoch für die Albiceleste im Testspiel gegen Kroatien im Londoner West-Ham-United-Stadion (20.45 Uhr) die nächste Chance für einen Sieg.

Es ist das insgesamt dritte Aufeinandertreffen der beiden Top-Nationen, bei dem es diesmal weniger um Ergebnisse als ums Abtasten geht. So will etwa der Vizeweltmeister aus Südamerika die Partie nutzen, um sich unter dem neuen Coach Gerardo Martino für die Copa América im Juni einzuspielen. Überhaupt hat sich Martino, der noch im Vorjahr beim FC Barcelona engagiert war und auch als Intimus von Lionel Messi gilt, ganz gut in das Gefüge des Nationalteams, wo er als "Tata" von den Spielern für seine verständnisvolle und väterliche Art geschätzt wird, eingefügt.

Was nun die Aufstellung gegen Kroatien betrifft, ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen. So könnte neben Messi auch ein alter Bekannter einlaufen - Carlos Tévez. Der Juventus-Legionär ist neben dem Kroatien-Spiel auch für das Länderspiel gegen Portugal am 18. November in Manchester nominiert. Seinen bisher letzten Teamauftritt hatte der Kicker im Juli 2011 bei der Copa América. Danach, unter der Ägide von Martinos Vorgänger Alejandro Sabella, war Tévez nicht mehr zum Zug gekommen und hatte auch bei der WM in Brasilien gefehlt. Und das trotz 19 Treffern in der Serie A für Juventus Turin.

Im Gegensatz zu Martino will der kroatische Coach Niko Kovač in London auf eine reine B-Elf setzen. Vorrangiges Ziel des früheren Salzburg-Profis ist es, die formstärksten Ergänzungsspieler für das wichtige EM-Qualifikationsspiel nur vier Tage später in Italien zu finden. Spielerisch gehört die kroatische Auswahl sicher zu den erfahrensten Teams in Europa. Große Stücke hält Kovač vor allem auf seine Legionäre, darunter etwa Ivan Rakitić vom FC Barcelona. Der Spielmacher gehört zu den Besten seiner Zunft und kennt viele argentinische Spieler aus der Primera División.

Brasilien hofft auf "Tusch"


Zufriedenstellend sind wiederum die Herbstvorstellungen der brasilianischen Mannschaft, die unter ihrem neuen, alten Coach Carlos Dunga alle ihre vier Tests nach der WM gewonnen hat, verlaufen. Um das Horrorjahr nun einigermaßen versöhnlich zu beschließen, will die Seleçâo am Mittwoch gegen die Türkei (19.30 Uhr) sowie am kommenden Dienstag gegen Österreich in Wien (19 Uhr) mit Siegen aufwarten. "Wir wollen das Jahr mit einem Tusch beenden", so Superstar Neymar.