Seid umschlungen, Kollegen: Die Champions-League-Vorbereitung ist bei David Alaba (r.) und Co. mehr als geglückt. - © vor. ap/Matthias Schrader
Seid umschlungen, Kollegen: Die Champions-League-Vorbereitung ist bei David Alaba (r.) und Co. mehr als geglückt. - © vor. ap/Matthias Schrader

Wien. (apa/art) Alle Neune waren’s dann doch knapp nicht, mit einem 8:0-Bestschießen über den bemitleidenswerten HSV hat sich der FC Bayern München aber ideal auf die Wiederaufnahme der Mission Champions League vorbereitet - und Kritiker vorerst verstummen lassen. Dennoch warnte Thomas Müller vor dem Achtelfinal-Hinspiel bei Schachtar Donezk am Dienstag (20.45 Uhr/Puls4) vor übertriebener Euphorie: "In den ersten drei Spielen wurden wir ein wenig hinterfragt. Jetzt will ich nicht, dass wir hochgejubelt werden. Das geht einem zu schnell zwischen Gurkenspieler und Weltklassespieler", meinte Müller, der gegen den HSV ebenso wie die Kollegen Mario Götze und Arjen Robben zwei Tore geschossen hatte. Je einmal hatten Franck Ribéry und Robert Lewandowski getroffen. Doch bei aller (gar nicht so typischen) Bescheidenheit: Dass vor allem die Offensivmaschinerie beim deutschen Meister wieder angelaufen ist, lässt sich nicht leugnen - und auf ein Spektakel am Dienstag hoffen. Denn wie die Bayern haben sich auch die Ukrainer, die ihre Heimspiele aufgrund der Kriegsunruhen im Osten des Landes nun im Westen in Lwiw (Lemberg) austragen, bei ihren bisherigen Auftritten in der Champions League torfreudig präsentiert: 16 Toren der Münchner stehen 15 der Ukrainer gegenüber.

"Zu allererst Menschen"

Favorit ist und bleibt freilich der FC Bayern, zumal sich die Personalsituation etwas entspannt hat. So gibt etwa auch David Alaba sein Champions-League-Comeback, nachdem er am 5. November des Vorjahres in der Schlussphase des 2:0-Heimsieges gegen AS Roma mit einer Knieverletzung ausgeschieden war. Die Langzeitverletzten Philipp Lahm, Javi Martínez und Thiago Alcántara fehlen den Münchnern allerdings weiterhin. Mehr Sorgen bereitet diesen jedoch die angespannte politische Lage. "Man fährt da nicht hin und schaltet alles aus", sagte Robben. "Wir sind zwar Fußballspieler, aber zu allererst Menschen."

Die Donezk-Spieler indessen versuchen, die äußeren Umstände so gut als möglich zu verdrängen. Man habe viel analysiert, um die Schwächen der Gäste auszumachen, erklärte der brasilianische Teamspieler Luiz Adriano, der in der Gruppenphase mit neun Toren von sich reden gemacht hatte. "Unser erklärtes Ziel ist ein Sieg. Wir sind niemals mit einem Remis zufrieden, nicht einmal gegen die Bayern."

Sein Klub muss allerdings einen Kaltstart hinlegen, ist es doch das erste Pflichtspiel nach einer zweimonatigen Winterpause. Zudem muss Donezk auf den angeschlagenen Brasilianer Bernard sowie den gesperrten Taras Stepanenko verzichten.

Paris geschwächt

Personalprobleme beschäftigen auch Paris Saint-Germain vor dem Parallelspiel gegen Chelsea. Gleich vier Verletzte forderte die Meisterschaftspartie am Samstag gegen Aufsteiger SM Caen, der deshalb nach 0:2-Rückstand noch ein 2:2 erreichte. Nach den Ausfällen von Frankreichs Teamspieler Yohan Cabaye, der beiden Brasilianer Marquinhos und Lucas sowie von Serge Aurier, die laut Trainer Laurent Blanc allesamt auch am Dienstagabend fehlen werden, geriet der Meister im eigenen Stadion vollkommen aus dem Rhythmus.

Außerdem ist Mittelfeldspieler Blaise Matuidi mit einer Knieverletzung für das Chelsea-Match fraglich. Mit Blick auf die Vergangenheit blieb Blanc trotzdem positiv. "Wir hatten solche Probleme bereits vor unserem ersten Match gegen Barcelona und haben sie gemeistert", erinnerte der Coach an den 3:1-Erfolg in der Gruppenphase im September, als die Torjäger Zlatan Ibrahimovic und Ezequiel Lavezzi ausgefallen waren. Außerdem spricht die Statistik klar für Frankreichs Champion, der seit 32 Europacup-Spielen zu Hause ungeschlagen ist.

Ein ganz besonderes Match wird es für Brasiliens Innenverteidiger David Luiz, der im Sommer für knapp 50 Millionen Euro von Chelsea zu Paris gewechselt war. Im Vorjahr waren die beiden Klubs im Viertelfinale der Königsklasse aufeinandergetroffen. Damals kamen die Blues aus London nach einem 1:3 in Paris noch mit einem 2:0-Heimsieg aufgrund der Auswärtstorregel weiter.