Wien. (rel/apa) Für Rapid gibt es gute Gründe, am Sonntagnachmittag gegen Admira (16.30 Uhr/live ORFeins) einen Erfolg anzupeilen. Nicht nur gilt es eine lästige Negativserie gegen den Angstgegner, den man in den jüngsten vier Duellen nicht bezwingen konnte, endlich zu beenden, sondern auch mit etwas Glück auf Tabellenführer Red Bull Salzburg aufzuschließen. Nachdem das Spiel zwischen dem Zweitplatzierten WAC und Grödig wegen erneuter Unbespielbarkeit des Platzes auf Mitte März verschoben werden musste, bedarf es nur noch der Schützenhilfe von der Austria. Sie müsste am Samstag (16 Uhr) gegen die Nummer drei, Altach, gewinnen, dann wäre der Weg für die Grün-Weißen ins Spitzenfeld frei. Und die Violetten werden gut daran tun, Rapid diesen Wunsch zu erfüllen, gilt es doch nach dem fehlgeschlagenen Jahresauftakt gegen den WAC in der Tabelle wieder Boden zu gewinnen. Bei einer Niederlage müsste der anvisierte Angriff auf Platz zwei vorzeitig als erfolglos abgehakt werden. Der von den Austria-Fans ohnehin schon angezählte Trainer Gerald Baumgartner sprach von einer "unangenehmen Situation, auch für mich".

Rapid-Coach Zoran Barisic jedenfalls ist sich über die unangenehme Aufgabe, die seine Elf am Wochenende erwartet, im Klaren. "Vor allem in der Südstadt haben wir uns zuletzt immer schwergetan, was allerdings auch damit zu tun hatte, dass wir dort drei Mal in Rückstand geraten sind und nicht vom Spielglück begünstigt waren", sagte er am Freitag. Optimismus schöpft Barisic auch aus dem 3:0 zum Jahresauftakt gegen die SV Ried. "Es war sehr wichtig, dass wir mit drei Punkten starten konnten und der Sieg auch hochverdient war", sagte der 44-Jährige. Allerdings trauerte Barisic einem höheren Sieg gegen die numerisch unterlegenen Innviertler nach. "Chancen waren genug da, aber möglicherweise haben wir uns die Treffer für andere Spiele, zum Beispiel am Sonntag in der Südstadt, aufgehoben", sagte der Trainer, der in seiner Karriere für die Admira aktiv gewesen war.

Derzeit stehen bei den Südstädtern mit Eldis Bajrami, Lukas Grozurek und Markus Katzer drei Ex-Rapidler im Kader. "Gegen Rapid ist Admira ohnehin immer besonders motiviert, aber gerade bei ehemaligen Grün-Weißen ist noch einmal eine Portion Zusatzmotivation dabei, wie ich aus eigener Erfahrung weiß", sagte Barisic.

So seine Probleme bei der Einschätzung des Gegners aus Wien hat auch Admira-Trainer Walter Knaller: "Es ist schwer, das Spiel gegen Ried zu bewerten. Doch wir wissen, was Rapid kann. Wir wollen als Mannschaft gut verteidigen und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen", erklärte der Kärntner, der am Sonntag auf den gesperrten Thomas Ebner verzichten muss.

Mit Villareal-Partie zufrieden

Red Bull Salzburg wiederum darf am Sonntag halbwegs zufrieden in das Spiel gegen Ried (14 Uhr) gehen. Sie haben nach einem 1:2 am Donnerstag in Villarreal noch alle Chancen, wie im Vorjahr ins Europa-League-Achtelfinale einzuziehen. Auch die Leistung machte Trainer Adi Hütter für das Rückspiel kommenden Donnerstag (19 Uhr) in Salzburg Mut. "Das Ergebnis ist sicherlich gut für uns. Wir wollten uns eine Ausgangsposition schaffen, mit der wir noch Zugriff haben, in die nächste Runde zu kommen", sagte Hütter. "Aber für das Rückspiel muss noch eine absolute Steigerung her." Zumal das schmeichelhafte 1:2 auch einer mäßigen Chancenverwertung des Tabellensechsten der spanischen Liga zu verdanken war.

Hütter war mit der gezeigten Leistung aber alles andere als unzufrieden, von jener vor der Pause sogar "sehr angetan". "Es war auch wichtig zu sehen, wie stark Villarreal wirklich ist", sagte der Salzburg-Coach. Vor allem die Offensivstars Denis Tscheryschew und Luciano Vietto bereiteten der Bullen-Abwehr Probleme. Hütter: "Das sind zwei außergewöhnliche Spieler." Er selbst hat zuletzt mit Spielmacher Kevin Kampl und Stürmer Alan zwei solche verloren, ein halbes Jahr davor auch Flügelspieler Sadio Mané. Diese Lücke gilt es nun für sein junges Team zu schließen. In Villarreal waren erste Ansätze zu sehen. "Wir sind noch nicht ganz dort, das braucht noch ein bisschen Zeit", sagte Hütter. "Aber wir sind auch mit den jungen Spielern auf einem guten Weg."