Leverkusen. Lang ist’s her, da stand Bayer Leverkusen gar im Finale der Champions League. Es war im Jahr 2002, damals noch mit einem gewissen Michael Ballack als Mittelfeldantreiber, dass man das große Real Madrid an den Rand der Verzweiflung trieb - aber eben nur an den Rand. Real setzte sich mit 2:1 durch und kürte sich zum Sieger in diesem prestigeträchtigen Bewerb. Es sollte bis zum Finale 2014 der letzte große Triumph der Madrilenen bleiben. Doch auch Leverkusen konnte in seiner seit damals wechselhaften Geschichte auf europäischer Ebene nie wieder an diesen Erfolg anschließen, das höchste der Gefühle war seither in der Champions League das Achtelfinale. 2004/05 war dort gegen Liverpool Endstation, 2011/12 gegen Barcelona, wobei der Gesamtscore mit 2:10 heftig ausfiel und die 1:7-Niederlage im Rückspiel - mit fünf Treffern durch Lionel Messi - bis heute das schlimmste Debakel in der Leverkusener Europacupgeschichte bedeutet. Im Vorjahr wiederum musste man sich in der Runde der besten 16 Paris Saint-Germain beugen.

Diesmal will es die Mannschaft, die seit Beginn der Saison von Ex-Salzburg-Trainer Roger Schmidt betreut wird, besser machen, doch die Aussichten für das Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) sind nicht ideal. Vorjahresfinalist Atlético kommt in Hochform nach Deutschland, von den Leverkusenern kann man das weniger behaupten. Seit der Winterpause haben sie nur eines von fünf Spielen gewonnen und sind in der Liga auf den sechsten Platz abgerutscht. Die Ausgangslage wird durch die Sperre des türkischen Teamverteidigers Ömer Toprak nicht besser. Jammern wollte Schmidt allerdings nicht: "Wir wollen nicht, dass schon Endstation für uns ist", betonte er. Auf Auswärtsschwäche der Gäste braucht man indessen nicht zu hoffen: Atlético hat von seinen neun Auswärtspartien in der Champions League seit September 2013 fünf gewonnen und nur eines verloren. Der spanische Tabellendritte baut derzeit auch auf ein schier unbremsbares Duo. Neben Ex-Bayern-Stürmer Mario Mandžukić blühte auch der flinke Franzose Antoine Griezmann auf. Mandžukić erzielte in dieser Saison bisher 20 Pflichtspieltreffer, Griezmann 17. Heimkehrer und Publikumsliebling Fernando Torres ist derzeit nur zweite Wahl.

Für Arsenal indessen scheint der erstmalige Einzug ins Viertelfinale der Champions League seit fünf Jahren auf dem Servierteller zu liegen. Mit AS Monaco zogen die Gunners das vermeintlich leichteste Los. Die Monegassen wollen aber alles andere als Kanonenfutter abgeben. Vor allem ein in England bereits erprobter Angreifer hofft auf eine glorreiche Rückkehr. Dimitar Berbatow spielte zwei Jahre erfolgreich für Arsenals Erzrivalen Tottenham, ehe es zu Manchester United und Fulham und dann nach Monaco ging. Der 34-jährige Bulgare mag zwar nicht mehr die Durchschlagskraft seiner Glanzzeit besitzen, an Motivation sollte es gegen Arsenal aber nicht mangeln.

Mit sechs Saisontreffern ist Berbatow Monacos erfolgreichster Torschütze in der Ligue 1, in der Champions League wartet er nach fünf Spielen noch auf ein Erfolgserlebnis. In der Königsklasse gab der derzeitige Vierte der französischen Liga insgesamt den Minimalisten: Der Gruppensieg gelang mit drei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage - und einem Torverhältnis von 4:1.