Monaco/Madrid. Arsenal ist in der englischen Premier League die Mannschaft der Stunde. Im Achtelfinale der Champions League laufen die Gunners gegen AS Monaco dennoch einem schier aussichtslosen Rückstand nach. 1:3 lautet die Hypothek nach dem Hinspiel gegen die Monegassen. Im Rückspiel am Dienstagabend (20.45 Uhr) will Arsenal aber Historisches schaffen.

In der Geschichte der Champions League ist es bisher noch keinem Team gelungen, einen Zwei-Tore-Rückstand auswärts wettzumachen. "Wir nehmen diese Herausforderung an", meinte Trainer Arsène Wenger vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub. Ebenfalls im Hintertreffen ist Vorjahresfinalist Atlético Madrid. Kontrahent Bayer Leverkusen reiste mit einem 1:0-Polster in die spanische Hauptstadt (Puls 4).

Arsenals Bilanz der vergangenen Wochen liest sich beeindruckend. Von den jüngsten 14 Pflichtspielen wurden zwölf gewonnen, Niederlagen setzte es lediglich in der Liga gegen den Erzrivalen Tottenham sowie in der Champions League. Seit der Heimpleite gegen Monaco verbuchte Arsenal drei Liga-Erfolge sowie ein 2:1 im FA-Cup-Viertelfinale bei Manchester United. Die Hoffnung, die Hürde Monaco noch zu nehmen, ist groß. Das fünfte Aus im Achtelfinale in Folge soll vermieden werden. "Monaco ist Favorit. Wir können dort antreten und etwas Besonderes schaffen, ich denke, wir haben die Einstellung, dies zu schaffen", meinte Wenger, der Monaco von 1987 bis 1994 trainierte. "Wir müssen die Dinge gerade rücken. Im Leben machst du manchmal große Fehler, die du nicht mehr ändern kannst. Im Fußball ist das möglich, also sollten wir alles dafür geben."

Nach seiner schwachen Leistung im Hinspiel Besserung gelobt hat auch Stürmer Olivier Giroud. Der französische Teamstürmer traf beim 3:0 in der Generalprobe gegen West Ham zum wiederholten Mal in den vergangenen Wochen. Im Fürstentum nicht mit dabei ist neben den Langzeitverletzten Mikel Arteta, Jack Wilshere und Mathieu Debuchy aber auch der am Knöchel lädierte Alex Oxlade-Chamberlain.

Monaco wird sich dem Sturmlauf der Gäste sicherlich mit aller Macht entgegenwerfen. Schon in der Gruppenphase überzeugte die Defensive der Monegassen und ließ in sechs Spielen nur einen Gegentreffer zu. "Das Rezept, um den Aufstieg zu schaffen? Wir müssen sicherstellen, dass wir so wenig wie möglich zulassen, und ruhig bleiben, was immer passiert", meinte der brasilianische Verteidiger Wallace.

Die vom Portugiesen Leonardo Jardim trainierten Kicker aus dem Fürstentum strotzen ihrerseits vor Selbstvertrauen. Mittelfeldmann João Moutinho traute dem Vierten der Ligue 1 sogar zu, nicht nur Arsenal auszuschalten, sondern wie 2004 ins Finale einzuziehen. Zunächst müsse man die Arbeit aber konzentriert zu Ende bringen. "Wenn wir denken, dass wir bereits qualifiziert sind, sind wir tot", sagte der portugiesische Teamspieler.

Schmidt erwartet anderes Spiel


Leverkusen verteidigt im Estadio Vicente Calderón einen knappen, aber für Atlético unangenehmen Vorsprung. Bereits ein weiterer Treffer könnte für die Mannschaft von Ex-Salzburg-Coach Roger Schmidt die Tür zum Viertelfinale weit aufstoßen. Zuletzt gelang Leverkusen vor 13 Jahren der Sprung in die Runde der besten Acht. Das 1:0 im Hinspiel bildete den Auftakt zu einem Bayer-Erfolgslauf mit fünf Pflichtspielsiegen bei 11:0 Toren. Für Simon Rolfes ist die neue Stabilität in der Abwehr ein Schlüssel zum Erfolg bei Spaniens Meister. "Dass wir so oft zu Null gespielt haben, kann ein Pfund werden", meinte Leverkusens Kapitän.

Cheftrainer Schmidt warnt indes vor Übermut. "Wir haben noch gar nichts erreicht, nur ein Endspiel in Madrid und sind weiter Außenseiter", sagte er. Von Atlético erwartete Schmidt jedenfalls ein anderes Auftreten als im Hinspiel: "Bei uns hat Atlético ergebnisorientierten Fußball gespielt. Nun können sie die Zeit nicht einfach runterlaufen lassen, sondern müssen kommen."