• vom 25.03.2015, 18:37 Uhr

Fußball

Update: 26.03.2015, 12:15 Uhr

Kleines Wiener Derby

"Derby of Love": Freundschaftliche Rivalen




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Von Reinhard Krennhuber

  • Auf dem Sportclub-Platz werden gegen die Vienna fast 8000 Zuschauer erwartet.

Ein herzliches Willkommen gibt es für die Vienna auch am Freitag am Sportclub-Platz in Hernals.

Ein herzliches Willkommen gibt es für die Vienna auch am Freitag am Sportclub-Platz in Hernals.© Koessler Ein herzliches Willkommen gibt es für die Vienna auch am Freitag am Sportclub-Platz in Hernals.© Koessler

Wien. Roland Spöttling kann eine gewisse Aufregung nicht verbergen. Der blinde Platzsprecher des Wiener Sportklub hat schon einiges erlebt, seit er vor knapp 20Jahren das Mikro auf dem alten Platz im 17. Bezirk übernommen hat - etwa die Matches gegen ASRoma und Salzburg im vergangenen Jahr. Ein Derby gegen den Stadtrivalen aus Döbling ist aber auch für das routinierte WSK-Original etwas ganz Besonderes. "Sportklub gegen Vienna, das ist ein Zirkus mal vier. Ich kann es kaum erwarten, bis es so weit ist", sagt Spöttling vor dem Showdown der beiden Wiener Regionalliga-Dinos am Freitagabend auf dem Sportclub-Platz (18.30 Uhr/live ORFSport+). Einen Zirkus mal vier musste auch das Organisationsteam der Dornbacher stemmen. Der Kartenvorverkauf läuft seit Wochen auf Hochtouren, Mittwochvormittag waren drei der vier Tribünen - inklusive jener für die Vienna-Fans - ausverkauft. "Wir werden den Zuschauerrekord aus dem Roma-Match mit 7100 Besuchern pulverisieren", sagt WSK-Vize-Präsident Matthias Kandler über den für die dritthöchste österreichische Spielklasse fast unglaublichen Run auf die Tickets. Zumal "nur" der Tabellen-Neunte den aktuell -Zweiten empfängt.

Nur für die Stehplatzterrasse an der Kainzgasse waren am Mittwoch noch Karten zu haben, auf der lange gesperrten Tribüne waren auch die größten Installationen notwendig. Für die Live-Übertragung im Fernsehen wurde ein Kameraturm errichtet, der die Anzeigetafel teilweise verdeckt. Zudem wurden die Geländer neu geschweißt - einer dauerhaften Bewilligung der Retrotribüne, auf der zwischenzeitlich bereits kleine Bäume gewachsen waren, steht nichts mehr im Weg. Und auch sonst ist der Sportclub-Platz gerüstet für den großen Ansturm: In der Gastrozone an der Alszeile werden Zapfhähne und Dopplerflaschen bereits am frühen Nachmittag geöffnet, und nach dem Spiel kommen auch die Fans des Nationalteams beim Public Viewing des EM-Qualifikationsspiels zwischen Liechtenstein und Österreich auf der Haupttribüne auf ihre Kosten.


Für den Großteil der knapp 8000 erwarteten Fans wird da freilich noch die Nachbesprechung des Saison-Highlights im Mittelpunkt stehen. In gewohnt stressfreier Atmosphäre, ohne großes Polizeiaufgebot. Denn die Fanlager des Sportklub und der Vienna verbindet neben der sportlichen Rivalität eine langjährige Freundschaft, die ihre Wurzeln in den frühen 1990ern hatte, als sich sowohl in Dornbach als auch in Döbling erste Pflänzchen einer Fankultur regten, deren Anhänger sich distanzieren wollten vom von Hass, Rassismus und Gewalt geprägten Alltag in manch anderen Stadien. Andreas Voller, Betreiber des Plattengeschäfts Recordbag in Mariahilf, war einer der Pioniere dieser Fankultur auf blau-gelber Seite. Wegen des damaligen Trikotsponsors McDonald’s nannte sich die Gruppe erst "Kleine Pommes", wenig später wurden daraus die "Döblinger Kojoten". Mit den schwarz-weißen Anhängern der ebenfalls noch jungen "FreundInnen der Friedhofstribüne" gab es Schnittmengen beim Musikgeschmack, den frequentierten Lokalen und der politischen Ausrichtung links der Mitte.

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Dokument erstellt am 2015-03-25 16:41:05
Letzte Änderung am 2015-03-26 12:15:19


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