ÖFB-Spielmacher mit bosnischen Wurzeln: Zlatko Junuzovic. - © epa
ÖFB-Spielmacher mit bosnischen Wurzeln: Zlatko Junuzovic. - © epa

Wien. (may) Dass ein Testspiel kein Freundschaftsspiel mehr ist, wissen wir hierzulande spätestens seit vergangenem November, als sich die vorgeblichen Ballzauberer aus Brasilien mit überharten Einlagen (und einem Glücksschuss) zu einem 2:1-Sieg gegen Österreich im Prater gerangelt haben. Auch gegen den nicht ganz so prominenten Gegner Bosnien-Herzegowina geht es am Dienstag (20.30 Uhr/ORFeins) für die ÖFB-Auswahl in erster Linie ums Gewinnen, in zweiter Linie um ein ansehnliches Spiel und erst in dritter Linie darum, den einen oder anderen Kicker Spielpraxis sammeln zu lassen - freilich unter Beibehaltung des bewährten Systems. Denn für grundlegende Experimente ist Teamchef Marcel Koller mitten in einer höchst erfolgreich laufenden EM-Qualifikation nicht zu haben, zumal der nächste Gegner am 14. Juni auswärts Russland heißt.

"Es fehlt die Zeit, um neue Taktiken einzuführen", erklärte der 54-jährige Teamchef aus der Schweiz unmissverständlich. Auch was die Anfangsformation im Vergleich zum Auftritt in Vaduz am Freitag (5:0) betrifft, will Koller möglichst wenig ändern; allerdings könnten im Verlauf der Partie - die mit bereits 45.000 abgesetzten Tickets nahezu ausverkauft sein wird - sollen einige Akteure, die zuletzt wenig eingesetzt wurden, eine Chance bekommen. "Unsere Idee ist schon, dass wir uns den einen oder anderen anschauen", so Koller.

Doch allein schon vor dieser großen Kulisse will sich der Tabellenführer der Gruppe G gegen den WM-Teilnehmer keine Blöße geben und einen vollen Erfolg einfahren: "Ein Testspiel ist immer dazu da, dass man etwas probiert. Aber wir nehmen das Spiel so ernst, als ob es ein Qualifikations-Match wäre", betonte ÖFB-Kapitän Christian Fuchs. Gegen die Bosnier ist die bisherige Länderspielbilanz positiv, zwei Mal traf man sich bisher in der WM-Qualifikation für 2002: Nach einem 1:1 in Sarajevo, gab es zuhause einen 2:0-Erfolg. In der aktuellen Fifa-Weltrangliste liegen die Bosnier als 30. sieben Ränge hinter Österreich, allerdings verläuft die bisherige EM-Qualifikation mau. In Gruppe B liegt die Elf von Mehmed Baždarević nach Niederlagen gegen Zypern und Israel nur auf Rang fünf. Sieht man allerdings von den vergangenen Monaten ab, agierten die Bosnier in der jüngeren Vergangenheit deutlich erfolgreicher als die Österreicher. Mit der Teilnahme an der WM 2014, in der nach der Gruppenphase Endstation war, gelang ein historischer Erfolg. In der Qualifikation für die WM 2010 und die EM 2012 schaffte man es bis ins Play-off - dort war jeweils gegen Portugal Endstation.