Roberto Mancini ist nicht mehr unumstritten. - © ap/Antonio Calanni
Roberto Mancini ist nicht mehr unumstritten. - © ap/Antonio Calanni

Neapel/Mailand. Rund um die kriselnden italienischen Fußball-Großklubs SSC Napoli und Inter Mailand herrschen derzeit schwere Turbulenzen. Bei den Nerazzurri sorgen Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des früheren Klubchefs Massimo Moratti für Unruhe, Napoli-Boss Aurelio Di Laurentiis wiederum drohte seinen Kickern vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Fiorentina mit Zwangsmaßnahmen.

Die Süditaliener warten in der Meisterschaft seit fünf Runden auf einen Sieg, fielen dadurch auf den sechsten Rang zurück und drohen die Champions League zu verpassen. Das Fass zum Überlaufen brachte das Cup-Semifinal-Out am Mittwoch gegen Lazio Rom. "Ich habe entschieden, dass die Mannschaft auf unbestimmte Zeit auf Trainingslager geschickt wird, wenn sich bis Saisonende keine Besserung einstellt", sagte Di Laurentiis. Er sei zwar kein Freund von verordneten Kasernierungen, "aber Neapel ist eine Stadt voller Ablenkungen. Ich erwarte von den Spielern, dass sie mit vollem Einsatz für die Fans und die Stadt arbeiten", erklärte der Filmproduzent und ergänzte: "Ich will Disziplin. Ich habe immer pünktlich alle Gehälter bezahlt, in den vergangenen zehn Jahren 386 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Jetzt verlange ich Engagement."

Trainer Rafael Benítez blieb vom Rundumschlag des Klubchefs verschont - allerdings dürfte der Posten des Spaniers, dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft, massiv wackeln. Auch Roberto Mancini ist bei Inter Mailand längst nicht mehr unumstritten, obwohl er Inter von 2004 bis 2008 zu drei Meistertiteln führte und erst im November sein Amt antrat.

Doch auch der frühere ManCity-Meistermacher konnte die Talfahrt des Champions-League-Siegers von 2010 nicht stoppen. Nach sieben sieglosen Pflichtspielen in Serie liegt Inter nur an neunter Stelle und hält mit 38 Punkten aus 29 Runden bei der geringsten Punkteausbeute in dieser Saisonphase seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1994/95. Vor diesem Hintergrund tauchten zuletzt Gerüchte über ein Comeback von Ex-Klubchef Moratti auf - sehr zum Erstaunen von Mancini. "Ich war überrascht, als ich es gelesen habe", sagte der Trainer. Moratti verkaufte Inter 2013 an ein Konsortium unter der Führung des indonesischen Geschäftsmannes Erick Thohir, der längst zum großen Feindbild der Inter-Fans geworden ist. "Ich habe Vertrauen in die Arbeit von Thohir. Aber er braucht noch Zeit", erklärte Mancini.