Grödig. (rel/apa) 30 Punkte trennen Red Bull Salzburg nun schon vom Tabellenachten Grödig. War ja auch nach der verkorksten Saison, die der Klub aus dem Salzburger Umland bisher gezeigt hat, irgendwie zu erwarten gewesen. Dass aber Grödig heuer ins ÖFB-Cup-Halbfinale einziehen und am Dienstag ausgerechnet Salzburg herausfordern würde (18 Uhr/ ATV), dann wieder eher nicht. Jedenfalls wird sich der amtierende Meister trotz nahezu makelloser Bundesliga-Bilanz (zwei Siege, ein Remis) für die Partie in der Grödiger Untersberg-Arena etwas wärmer als bisher anziehen müssen.

Und das nicht nur wegen der von Meteorologen prognostizierten Kaltfront, die am Dienstag auf Österreich zurollen soll. Denn im Cup gelten ja bekanntlich eigene Gesetze. Für Salzburg-Coach Adi Hütter wäre der erwartete Favoritensieg der nächste Schritt zum zweiten Ziel neben dem Meistertitel: dem Double. Was die Premiere seines Ex-Vereins im ÖFB-Cup-Halbfinale betrifft, so erwartet Hütter für Dienstag große Gegenwehr. "Uns steht sicher ein packender Cup-Fight bevor", meinte er. In dieselbe Kerbe schlug auch Teamspieler Andreas Ulmer: "Es geht um den Titel. Wir werden alles reinhauen, damit die Sache in 90 Minuten erledigt ist."

Nun ist das mit dem Erledigen so eine Sache. Auch wenn das Viertelfinale gegen Altach souverän gewonnen werden konnte, so hatte sich der zweifache Cupsieger im Achtelfinale gegen Innsbruck sowie bei der Generalprobe im Bundesligaspiel am Wochenende gegen Ried (2:1) doch quälen müssen. Hütter war über das Gesehene nicht erbaut, vor allem von der Partie gegen die Innviertler, bei der seine Truppe kaum Zugriff auf das Spiel hatte. Dafür gelobte nun Stefan Isanker Besserung: "Wenn unser Pressing über 90 Minuten funktioniert, da hat keine Mannschaft in Österreich gegen uns eine Chance", sagte er.

Im Lager der Grödiger wiederum bemühte man die alte Floskel. "Salzburg ist natürlich der klare Favorit, aber bekanntlich hat der Cup seine eigenen Gesetze", sagte Trainer Michael Baur am Montag. Seine Elf werde im ersten Teil von zwei anstehenden Duellen mit Salzburg - am Samstag wartet in der Liga der nächste Vergleich - "alles versuchen, um diese Hürde zu meistern".

In der Bundesliga im unteren Ende liegend, ergibt sich für Grödig immerhin noch die Möglichkeit, wie im Vorjahr unter Hütter die Europacup-Qualifikation zu schaffen. Dabei mithelfen könnte der Spanier Tomi. Der Angreifer feierte beim 1:2 in Wolfsberg am Wochenende als Joker sein Comeback und traf dabei sogleich. Wieder zur Verfügung stehen Baur auch die in Kärnten gesperrten Robert Strobl und Christoph Martschinko. Salzburg hat bis auf den verletzten Christian Schwegler alle Stammkräfte zur Verfügung.

Austrias letzter Strohhalm

Den Zug in Richtung Europacup verpasst hat am Wochenende dagegen die Wiener Austria. Den Violetten bleibt nach einer völlig verkorksten Saison nur noch der Cup als Strohhalm, wo man am Mittwoch im Semifinale auf den WAC trifft. Beim 0:2 in Altach jedenfalls zeigten die Wiener zum wiederholten Male eine desolate Vorstellung, die Trainer Andreas Ogris fassungslos zurückließ. Ihm ist es nicht gelungen, das Ruder herumzureißen, die Verantwortlichen haben erneut grundlegende Veränderungen angekündigt.