Wolfsberg. Der WAC und der 27-fache Rekordsieger Austria ermitteln am Mittwoch (20.30 Uhr/ORF eins) in der Lavanttal-Arena in Wolfsberg den zweiten Finalisten im österreichischen Fußball-Cup. Während die Kärntner Gastgeber die historische Endspiel-Teilnahme daheim am 3. Juni in Klagenfurt anpeilen, möchte die Austria eine bisher katastrophale Saison mit aller Kraft im Pokal noch retten. "Wir wollen ins Finale. In 90 oder 120 Minuten oder erst nach Elfmeterschießen - das ist mir alles wurscht, Hauptsache weiter", meinte WAC-Coach Dietmar Kühbauer, der auf ein volles Haus mit 7300 Zuschauern hofft. Ein "Spaziergang" werde die Partie freilich nicht, gab er zu, auch wenn man die vier Meisterschaftsduelle mit der Austria mit drei Siegen und einem Remis sowie nur einem Gegentor klar für sich entschieden hatte. "Es bedarf derselben harten Arbeit wie zuvor, denn für die Austria ist das die letzte Chance. Die werden nicht hierherkommen und sich kampflos ergeben", sagte der 44-jährige Burgenländer.

Mit einem sechsten Heimsieg in Folge hätten die Wolfsberger - ein Sieg von Salzburg im Halbfinale gegen Grödig vorausgesetzt (nach Redaktionsschluss) - ihr Europacup-Ticket ziemlich sicher. Denn in der Liga haben sie als Fünfter sechs Runden vor Schluss bereits neun Punkte Vorsprung auf Ried und sogar elf auf die nur an siebenter Stelle liegende Austria. Und Platz fünf würde bei einem neuerlichen Cup-Triumph der Salzburger für die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation bereits reichen.

Ogris: "Wir werden Fight in Wolfsberg annehmen"

Die Austria wiederum reiste am Sonntag direkt nach der 0:2-Niederlage in Altach nach Salzburg und dann am Montag weiter nach Bad Sankt Leonhard im Lavanttal, um sich dort optimal auf das Halbfinale vorzubereiten. Im Cup haben die Favoritner ihre bisherigen vier Spiele in dieser Saison allesamt zu null gewonnen (Torverhältnis 19:0), allerdings treffen sie nun erstmals auf einen Bundesligisten, während der Kärntner Verein mit Ried, Wiener Neustadt und Rapid Wien bereits drei erstklassige Konkurrenten ausgeschaltet hat.

"Wir wollen unbedingt ins Finale und werden hochmotiviert an die Aufgabe herangehen", versprach Trainer Andreas Ogris, der nach der schwachen Vorstellung in Altach auch als Psychologe gefragt war. "Wir haben das aufgearbeitet und wissen, dass wir es besser machen müssen. In Altach war es mehr Schatten als Licht, und das brachte zusätzliche Verunsicherung rein. Unsere Aufgabe ist es jetzt, den Spielern die Hand hinzuhalten und ihnen vom Boden aufzuhelfen, aufstehen müssen sie aber selber", erklärte der 50-jährige Wiener, der so wie Kühbauer auch Elfmeter trainieren ließ.

Zuversicht gab den Austrianern, die unter Ogris bisher nur einen Sieg - 2:0 im Cup-Viertelfinale in Kapfenberg - gefeiert haben, das bisher jüngste Match gegen den WAC, das vor eineinhalb Wochen in Wien 1:1 endete. "Da haben wir vieles richtig gemacht, und wir werden auch in Wolfsberg probieren, unser Spiel aufzuziehen", kündigte Ogris an, der selbst als Spieler mit den Violetten nicht nur fünfmal österreichischer Meister, sondern auch dreimal Cupsieger war. "Wir werden den Fight in Wolfsberg annehmen. Ich bin überzeugt, dass meine Jungs alles in die Waagschale werfen werden." Und auch für sie gilt: Hauptsache weiter.