Schatten über Messi:Seine Benefizspiel-Seriesteht unter Geldwäscheverdacht.reu/Brindicci
Schatten über Messi:Seine Benefizspiel-Seriesteht unter Geldwäscheverdacht.reu/Brindicci

Santiago. Schon die Auswahl der Spielorte macht stutzig: Medellín in Kolumbien und Cancún in Mexiko sind nicht gerade Schauplätze, an denen sich die Fußball-Superstars der Welt oft und gerne treffen. Zudem haben diese Städte nicht gerade riesige Stadien mit Kapazitäten, die eine Vermarktung von Spielen attraktiv machen. Kolumbien und Mexiko sind eher bekannt als Heimstätte für mächtige Drogenkartelle mit viel Erfahrung in Geldwäsche und organisierter Kriminalität. Genau hier aber ließ Weltstar Lionel Messi vor einiger Zeit viele Kollegen aus der Branche zu Benefizspielen auflaufen. "Messi and Friends" hieß die Attraktion, für die die Kicker sogar ihren Urlaub opferten. Doch wo Messi und seine Freunde auftauchten, ist auch eines der umtriebigsten Kartelle der Szene zu Hause: Los Valencia.

Dieses Kartell hat seinen Ursprung in der mexikanischen Unruheprovinz Michoacán. Spezialisiert ist es auf den Schmuggel von Kokain in die USA. Benannt ist es nach einem der Anführer Armando Cornelio Valencia sowie dessen Familienmitgliedern. Durch die Kassen von Los Valencia flossen in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden an Drogengeldern. In den vergangenen Jahren gelang der US-amerikanischen Anti-Drogenbehörde DEA in Zusammenarbeit mit mexikanischen Spezialfahndern ein schwerer Schlag gegen das Kartell: Ranghohe Kartellmitglieder gingen der Polizei ins Netz, andere starben entweder bei Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften oder in internen Grabenkämpfen mit rivalisierenden Banden.

Ein Zeuge, der im Rahmen der Fahndungen der Polizei ins Netz gegangen ist, machte nun nach Informationen der spanischen Tageszeitung "El Mundo" gegenüber der DEA brisante Aussagen. Er wirft den Organisatoren der Benefizspiele von Messi vor, dass die Abrechnungen der Spiele zur Geldwäsche genutzt wurden. Damals spielten neben Messi auch Größen wie Dani Alves und Javier Mascherano bei der Benefizspielserie in Kolumbien, Peru und den USA mit. Von Anfang an standen diese Spiele rund um das Jahr 2012 unter keinem guten Stern, denn neben den Spekulationen über die wahren finanziellen Hintergründe gab es auch wilde Gerüchte über die Rahmenbedingungen. Vor allem das kolumbianische Medellín mit seiner Modelszene gilt als Partyparadies für Luxusgäste. Die Stadt, jahrelang eine der Drogenhauptstädte der Welt, weiß für Gesellschaften mit viel Geld, aber wenig Moral rauschende Fiestas zu organisieren.