Katerini/Griechenland. Österreich hat sein Auftaktspiel bei der U19-Europameisterschaft mit 1:0 gegen Frankreich verloren. Das französische Team ging nach etwa einer halben Stunde in Führung, Österreich konnte danach trotz durchaus guter Chancen keinen Treffer erzielen und wurde in der 77. Minute durch einen Ausschluss des Rechtsverteidigers Petar Gluhakovic geschwächt. Obwohl die Österreicher laut dem deutschen Kommentator auf Eurosport immer alles negativ sehen, fand Teamchef Hermann Stadler nach der Partie durchaus positive Worte. "Mit einer Niederlage kann man nie zufrieden sein, ich muss aber meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Die Spieler haben sich nicht versteckt und über 90 Minuten gefightet. Zum Schluss hat mein Team Moral bewiesen und wäre fast noch zum Ausgleich gekommen", zeigte sich Stadler positiv gestimmt und sieht die Chancen auf einen Aufstieg weiterhin intakt. Hermann Stadler weiß, was er von seiner Mannschaft erwarten kann, schließlich ist es für ihn schon das dritte Turnier mit diesem Jahrgang. Dieses Kunststück gelang zuvor nur dem Jahrgang 1987 rund um Zlatko Junuzovic und Martin Harnik. Mit den 1996ern war Stadler bereits 2013 bei der U17 Europa- und Weltmeisterschaft dabei, der Stamm wurde seit dem beibehalten. Die Mannschaft ist mittlerweile zusammengewachsen, den Teamspirit sieht Stadler als große Stärke, die vor allem bei den heißen Temperaturen in Griechenland entscheidend sein kann. Wenn Österreichs U19 am Donnerstag um 21 Uhr in Larissa gegen die Altersgenossen des Gastgeberlandes trifft, wird es unter Tags um die 38 Grad haben. "Ernährung, Schlaf, Erholung sind das eine. Wir müssen bei den warmen Temperaturen mit unserer Energie und Kraft extrem Haus halten", sagt U19-Coach Stadler. Die Griechenland-Krise ist für die Kicker dagegen nur nebensächlich, der Trip ist als Pauschalreise gebucht, die Mannschaft benötigt daher kaum Geld mit sich.

Auf zwei Spieler, die Stadler gerne im Kader gehabt hätte, musste er aufgrund der U20-Weltmeisterschaft verzichten. Konrad Laimer von Red Bull Salzburg und Philipp Lienhart, der nach einem Jahr leihweise in Madrid nun für 800.000 Euro fix von Rapid an Real abgegeben wurde, spielten bei der Qualifikation für Stadlers U19, wurden aber von Andreas Heraf bereits für das U20-Turnier in Neuseeland nominiert. Mit Michael Endlicher, Nikola Zivotic (beide Austria), Dominik Baumgartner (Grödig), Benjamin Rosenberger (Sturm) und Mathias Honsak (Liefering) fehlen zudem mehrere Leistungsträger verletzungsbedingt.

Die Hoffnungen liegen nun zum Beispiel auf Sascha Horvath und Marko Kvasina, die mit ihren Toren im entscheidenden Quali-Spiel gegen Italien die Teilnahme erst möglich machten. Der 164 Zentimeter kleine Horvath gilt als womöglich größtes Talent des Jahrgangs, er feierte bereits im November 2013 sein Debüt in der Bundesliga und verlässt die Wiener Austria nun ablösefrei Richtung Graz. Marko Kvasina feierte vergangenen November sein Debüt und brachte es auf drei Tore und zwei Assists in der Bundesliga. Mit Osman Hadzikic, (Austria) David Gugganig (Liefering) und Philipp Malicsek (Admira) gibt es weitere talentierte Akteure mit Profierfahrung. Zudem stehen mit Daniel Ripic, Adrian Grbic, Stefan Peric (alle drei Stuttgart) und David Domej (Hajduk Split) vier Legionäre im Kader dieser talentierten U19-Mannschaft.