Auf der Suche nach dem Ruhm: Freddy Adu im Trikot von Philadelphia Union (2012). - © imago/ZUMA Press
Auf der Suche nach dem Ruhm: Freddy Adu im Trikot von Philadelphia Union (2012). - © imago/ZUMA Press

Kuopio. Im Twitter-Feed von Freddy Adu heißt es am 10. Juni 2015: "God is Great." Mittels Hashtags verweist er auf Demut, Konzentration und harte Arbeit. Die Botschaft erinnert an eine Aussage von Jahrhundertfußballer Pelé. Demnach habe ausgerechnet Gott Adu "die Gabe Fußball geschenkt." Die vielversprechende Einschätzung ist nun mehr als zehn Jahre her, das Talent des 1,70 Meter kleinen Freddy Adu längst nicht mehr so vielversprechend wie damals. Heute ist der US-Amerikaner mit ghanaischen Wurzeln 26 Jahre alt und schnürt für den finnischen Erstligisten Kuopio PS seine Schuhe.

Dass er hier landet, so weit weg von zuhause wie von der großen Fußballbühne, war weder absehbar noch geplant - ebenso wenig wie die Gastspiele bei FK Jagodina (Serbien), Philadelphia Union (USA), EC Bahia (Brasilien), Aris Thessaloniki (Griechenland), Caykur Rizespor (Türkei), AS Monaco sowie in Portugal bei Benfica und Belenenses Lissabon. Seit acht Jahren tingelt der einst designierte Nachfolger Pelés, der dem enthusiasmierten Tenor der Soccer-Fans zufolge größer hätte werden können, sollen, müssen als der Fußball selbst, um die Welt - auf der Suche nach Einsatzzeiten und des Rätsels Lösung, wo und warum alles schiefgegangen ist. Die Hoffnungen, die Prophezeiungen zu erfüllen, sinken mit jeder weiteren Station.

Die Odyssee von Fredua Koranteng Adu begann schon im Alter von acht Jahren. Als er noch in der Hafenstadt Tema nahe der ghanaischen Hauptstadt Accra gegen den Ball trat, gewann seine Mutter in der Greencard-Lotterie. Die Familie emigrierte in die USA, Freddy spielte fortan in Potomac, Maryland, seine Gegner schwindelig. Es dauerte nicht mehr als sechs Jahre, bis Adu - fast noch ein Kind - in der US-amerikanischen Major League Soccer D.C. United aus der Hauptstadt Washington als jüngster Spieler aller Zeiten debütierte. Der Vize-Vorsitzende der Liga, Ivan Gazidis, merkte überschwänglich an, dass Adu nicht nur der beste Jugendspieler der USA, sondern der ganzen Welt sei. Der Hype um das "Soccer Wonderkid" potenzierte sich durch erste Angebote internationaler Topklubs. Ein sechsstelliges Angebot von Inter Mailand soll Adus Mutter abgelehnt haben, mit der Begründung, ihr Sohn solle zuerst die Schule fertigmachen. Der 14-jährige Freddy blieb somit vorerst zuhause bei seinem jüngeren Bruder Fro und seiner Mutter Emelia, die ihre Familie über Wasser hielt.