Salzburg. Zuerst herrschte einfach nur überwältigende Freude. Als Austria Salzburg Ende Mai mit einem Sieg in Kitzbühel den Meistertitel in der Regionalliga West und den damit verbundenen Direktaufstieg in die Erste Liga fixierte, gab es bei Fans, Spielern und Funktionären gleichermaßen kein Halten mehr. Der Weg zurück in den Profifußball war für den Klub schwierig genug. Am Freitag (20.30 Uhr/ORF Sport+) absolviert die Austria nun in St.Pölten ihr erstes Profi-Spiel nach der Neugründung im Herbst 2005. Damals gründeten enttäuschte Fans den Klub als sentimentalen Nachfolger der alten Austria Salzburg neu, da Red Bull nach der Übernahme ein neues Publikum ansprechen und von Geschichte, Vereinsname und -farben nichts wissen wollte. Von der untersten Amateurliga kämpften sich die nun wieder Violetten ohne Zwischenstopp bis in die Regionalliga.

Dort dauerte es ein paar Jahre bis zum nächsten Aufstieg. "Wir mussten auch das Umfeld anpassen", sagt Sportdirektor Gerhard Stöger. Vor einem Jahr gelang schließlich der erste Meistertitel, in der Relegation war aber gegen den Floridsdorfer AC Schluss. Die Chance des neu eingeführten Direktaufstiegs für einen Regionalliga-Meister ließen sich die Salzburger in dieser Saison dann nicht mehr entgehen. Obwohl der Aufstieg sportlich souverän gelang, zitterte der Klub auch in dieser Saison fast bis zum Schluss.

Die Lizenz gab es nämlich erst im zweiten Anlauf, das Ausweichstadion in Schwanenstadt musste adaptiert werden. Schwanenstadt in Oberösterreich deshalb, weil man die Salzburger in den Bundesliga-Stadien in unmittelbarer Nachbarschaft, der Red-Bull-Arena und dem Grödiger Stadion, nicht will. In Vöcklabruck, dem ursprünglichen Ausweichort, ist die Austria wegen Ausschreitungen nach dem Cup-Spiel gegen Sturm in der vergangenen Saison auch nicht mehr erwünscht.

Das Ausweichstadion ist bei den Salzburgern mehr als nur eine Formalität. Denn das eigene Stadion in Salzburg ist derzeit noch eine Baustelle und wird Erste-Liga-tauglich gemacht. So werden zumindest die ersten vier Heimspiele in Schwanenstadt ausgetragen, dazu kommen noch die Spiele gegen Wacker Innsbruck und den Lask, die wegen der brisanten Fan-Konstellation nicht im eigenen Stadion mit lediglich 1600 Plätzen gespielt werden können. Nicht nur deshalb löste bei den Verantwortlichen intensive Arbeit recht bald die Freude über den gelungenen Aufstieg ab. Denn der Verein tritt mit dem Aufstieg in den Profi-Fußball in neue Sphären ein. Sportdirektor Stöger ist seit Anfang an dabei - er ist der einzig verbliebene aus den Gründungstagen in der Führungsriege.