Nyon. (rel/apa) Nicht unbedingt das attraktivste Los. Und vermutlich auch nicht das leichteste. Seit der am Freitag in Nyon erfolgten Champions-League-Auslosung ist es nun fix: Rapid Wien trifft im Play-off auf den ukrainischen Vizemeister Schachtar Donezk. Das Hinspiel findet am 19. August im Wiener Prater statt, das Rückspiel steigt dann eine Woche darauf im nur eine Flugstunde entfernten Lwiw (Lemberg), wo die Ukrainer für die Dauer der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes ihr Europacup-Lager im lokalen EM-Stadion aufgeschlagen haben.

Rapid-Coach Zoran Barisic bereitet die kommende Reise ins alte Galizien keine Sorgen. "Das ist ein sehr, sehr starker Gegner, wir freuen uns auf diese Aufgabe", erklärte er am Freitag in einer ersten Reaktion. Es tue ihm um die Probleme, die in der Ukraine derzeit herrschen, leid, fügte er hinzu, "aber sportlich hat das keine Auswirkungen auf uns. Schachtar ist ein Spitzenklub, der sich im Meisterschaftsrhythmus befindet und viele individuell starke Spieler hat. Das ist eine große Herausforderung für uns. Ich hoffe, wir legen ein gutes Hinspiel in Wien hin", sagte Barisic.

Dragovic als Informant?


Damit das gelingt, will der Coach "auf alle Fälle" den beim ukrainischen Meister Dynamo Kiew engagierten Nationalteamverteidiger Aleksandar Dragovic als "Informanten" einschalten. "Wir wollen diese Chance nützen, wir haben wieder so viel zu gewinnen", betonte Barisic. Auch sein Sportdirektor Andreas Müller hofft, dass es Rapid gelingt, nach Ajax Amsterdam die nächste schwere Hürde zu meistern. Voraussetzung ist freilich eine gute Performance am 19. August in Wien. "Wir wollen den Grundstein zu Hause legen, damit wir eine dicke Chance haben, in die Gruppenphase aufzusteigen. Wir werden sehen, ob wir schon so weit sind", erklärte der Deutsche. "Das Team hat aber bereits gezeigt, dass wir in Amsterdam trotz eines nicht so guten Ergebnisses zu Hause bestehen können." Motiviert sind die Wiener jedenfalls, und das nicht nur mit Blick auf den packenden 3:2-Sieg gegen den holländischen Rekordmeister Ajax. Tatsächlich würde den Grün-Weißen bei einem Sieg gegen Schachtar der Einzug in die Champions-League-Gruppenphase mit mehreren Millionen Euro Prämien versüßt. Was davon an die Spieler abfällt, ließ Müller offen. "Das wird von Runde zu Runde mit dem Mannschaftsrat entschieden", sagte der Sportdirektor.

Im Falle eines weiteren Erfolges über ein hübsches Sümmchen freuen darf sich auch Österreichs Europacup-Überraschung Altach. Nach der Sternstunde von Guimarâes geht es für die Vorarlberger nun in der Europa League erneut gegen einen portugiesischen Vertreter um den Einzug in die Gruppenphase: Belenenses Lissabon. Das Hinspiel findet am 20. August in Innsbruck statt, ehe es eine Woche später in Lissabon um den Aufstieg geht.

Mit Leistungen wie gegen Guimarâes, das Altach mit einem Gesamtscore von 5:1 aus der Qualifikation warf, scheint für die Ländle-Elf als ungesetztes Team sogar eine Überraschung möglich. Immerhin beendete Belenenses die vergangene Saison in der portugiesischen Meisterschaft auf Rang sechs - einen Platz hinter Guimarâes. Altach kann von einem guten Los sprechen: Mögliche weitere Gegner wären Athletic Bilbao, Viktoria Pilsen, Steaua Bukarest oder Legia Warschau gewesen.

Salzburg braucht Erfolg


Die Chance, wie Altach doch noch zu Europa-League-Ehren zu kommen, hat auch Red Bull Salzburg. Der Meister trifft im Play-off auf den weißrussischen Vertreter Dinamo Minsk und gastiert am 20. August in Belarus, das Rückspiel erfolgt am 27. August daheim in Salzburg. Der Sieger des Duells steht in der Europa-League-Gruppenphase. Für die Umsteiger aus der Königsklasse wäre die Qualifikation nach der Schlappe gegen Malmö FF jedenfalls ein kleiner Trost. Um das schwer angekratzte Selbstvertrauen wiederherzustellen, muss aber auch auf Bundesligaebene am Samstag gegen Admira (18.30 Uhr) ein Erfolg her.

Den Rückenwind aus den ersten Runden mitnehmen will hier dagegen die Austria. Nach einem gelungenen Saisonsauftakt wollen die Wiener bei Angstgegner Grödig nachlegen. Eine Fortsetzung der Siegserie wünscht sich auch Rapid gegen den WAC. Erst am Donnerstag wurden die Kärntner in der Europa-League-Qualifikation von Borussia Dortmund 0:5 abgefertigt. "Ein Spiel zum Lernen", nannte es Coach Didi Kühbauer treffend.