Salzburg. (rel) "Kinderfußball" ist das neue geflügelte Wort bei Red Bull Salzburg. Kaum ein Post im Internet, kaum ein Kommentar in Zeitung und TV, der aktuell nicht ohne diesen Vergleich auskäme. Andreas Ulmer hatte ihn genauso in den Mund genommen wie Martin Hinteregger, nun postete sogar der verletzte Kapitän Jonatan Soriano ein entsprechendes Foto auf seiner Instagram-Seite, um seinen Ärger über das 2:2-Unentschieden gegen die Admira vom Wochenende kundzutun.

Angesichts der schwierigen Lage, in der sich der Meister derzeit befindet, ist das auch kein Wunder. Spätestens seit dem verpatzten Auftritt gegen Malmö FF und dem erfolglosen Saisonauftakt in der Bundesliga (mit der Ausbeute von nur einem Punkt) ist die junge Elf von Neo-Coach Peter Zeidler endgültig zur "lahmen Ente" (Frenkie Schinkels) geworden; ein Zustand, der sich, sollte nicht am Dienstag gegen Ried (18.30 Uhr) der Befreiungsschlag glücken, zu einer Krise auswachsen könnte - Trainerdebatte inklusive. Zeidler ist sich dessen auch bewusst. "Ich weiß, dass wir mit mir als Trainer da wieder rauskommen", hatte er nach dem enttäuschenden Remis in der Südstadt gemeint.

Umso mehr ist der Neo-Coach daher auch bemüht, in den eigenen Reihen für Ruhe zu sorgen. Allein das gelingt ihm eher mehr schlecht als recht, seine Strategie, Ergebnisse schönzureden und das Prinzip Hoffnung walten zu lassen, hat ihm einiges an Kritik eingetragen. An eine größere Kurskorrektur denkt er dennoch nicht. "Unsere Aufgabe ist es, noch weiter zusammenzuwachsen. Dann werden sich die Ergebnisse demnächst einstellen", sagte Zeidler am Montag in gewohnt ruhiger Manier. "Wir stellen uns gemeinsam den Herausforderungen." Zur Kritik aus den eigenen Reihen wollte er nichts sagen, nur soviel: "Wir haben darüber geredet."

Auf die Frage, inwiefern er vor dem Ried-Spiel Druck verspüre, winkte Zeidler ab und erinnerte an die Vorsaison. Damals kassierte der spätere Double-Sieger unter Adi Hütter nach dem Europacup-Aus in Malmö drei Pflichtspielniederlagen in Folge. Für den Trainer Grund genug, um optimistisch zu sein. "Wir sind in der Lage, wieder aufzustehen, wie wir es im Vorjahr auch getan haben", betonte der Deutsche und erteilte auch den Spekulationen, wonach der bei den Young Boys Bern als Trainer entlassene Uli Forte bereits als sein Nachfolger im Gespräch sei, eine deutliche Absage.

Gespannt darf man sein, welcher Torhüter in Ried das Gehäuse des Meisters hüten wird. Cican Stankovic patzte gegen die Admira zweimal, mit Alexander Walke stünde ein Routinier parat. Zeidler will die Frage kurzfristig entscheiden. "Ausbaufähig" ist laut dem ehemaligen Liefering-Trainer auch die Leistung in der Abwehr. Im Sturm dürfte der für 90 Minuten noch nicht voll fitte Omer Damari wieder beginnen. Mittelfeldmann Reinhold Yabo fällt noch einige Zeit aus.

In Oberösterreich jedenfalls erwartet Salzburg mit Ried ein sehr unangenehmer Gegner. Wie der Meister wartet auch die Spielvereinigung seit einiger Zeit auf einen Sieg und hält aktuell in der Tabelle bei einem mageren Punkt.

Dass trotz Patzern dennoch Erfolge möglich sind, hat am Sonntag Tabellenführer Rapid gezeigt. Dank eines Abseitstores sowie einer starken Vorstellung von Florian Kainz gelang den Wienern in der dritten Runde zu Hause nach 0:1-Rückstand doch noch ein 2:1-Erfolg gegen den WAC. Die Wiener wahrten damit ihre makellose Bilanz, halten als einziges Ligateam beim Punktemaximum. Mit drei Siegen sind sie zuletzt 2003 in eine Saison gestartet. "Die Serie ist richtig gut, da können wir auch ein bisschen stolz sein", sagte Ersatzkapitän Christopher Dibon. Erfreut, aber auch nachdenklich zeigte sich Coach Zoran Barisic. "Wir haben die erste Hälfte komplett verschlafen. Wir hatten keine Kompaktheit, keine Dynamik, keine Durchbrüche, kein gutes Passspiel und waren immer einen Schritt zu langsam", meinte er. Für die Verteidigung der Tabellenführung hat es gereicht.