Auch wenn die Gäste aus Moldawien ihre zwei Schlüsselspieler (Artur Ionita und Alexandru Epureanu) verletzungsbedingt vorgeben müssen, erwartet Koller ein schwieriges Spiel gegen eine Mannschaft, die nichts zu verlieren hat. "Sie würden viel Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie beim Gruppenersten einen Punkt mitnehmen. Und das wollen wir verhindern", erklärte der 54-jährige Schweizer. So wie die Moldawier schon im vergangenen Oktober Russland geärgert haben, als sie dort ein 1:1 holten. Und zuvor Österreich beim 1:2 vor heimischem Publikum beinahe ein Bein gestellt hätten, als in der Nachspielzeit ein Ball aus kurzer Distanz übers Tor gejagt wurde.

Almer kann Rekord brechen

Der hart erkämpfte Auswärtssieg in Chisinau markierte übrigens den Beginn des Höhenflugs in der EM-Qualifikation - mit fünf Siegen en suite. Die hektische Partie (mit roter Karte für Marc Janko) sei jedenfalls sehr lehrreich für seine Elf gewesen, meinte Koller: "Das war eine gute Erfahrung, die den Spielern Selbstvertrauen gegeben hat. Und das haben sie im Verlauf der Qualifikation weiter gefestigt."

Schnelles Spiel in die Spitzen, frühe Balleroberung, konsequentes Pressing - das sind für Fuchs die Schlüssel zum Erfolg am Samstag. "Die Moldawier haben auch ihre Qualitäten. Wir dürfen ihnen keinesfalls Zeit geben." Für den Fall, dass es ein Geduldsspiel wird und in der Schlussphase noch remis steht, dann will Koller "intuitiv" über das noch einzusetzende Risiko entscheiden. Denn auch wenn die 48.500 Zuschauer im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion einen Sieg erwarten - Pflicht ist er auf dem Weg nach Frankreich nun nicht mehr. "Die Spieler wissen, was zu tun ist, doch das heißt nicht, dass wir gewinnen", konstatierte Koller.

Ein ganz besonderes Match könnte es auch für Team-Tormann Robert Almer werden, dem nur noch 36 Spielminuten fehlen, um den von Friedl Koncilia aufgestellten Rekord von 458 Minuten ohne Gegentor in ÖFB-Bewerbspartien (1982/83) zu überbieten. Dieser Eintrag in die Geschichtsbücher hat für den Austria-Goalie aber keinesfalls höchste Priorität. "Wir haben alle das große Ziel, bei der EM dabei zu sein. Da ist es zweit- oder drittrangig, ob die Torsperre hält", betonte der Steirer. Eine neue Bestmarke würde Almer nicht nur als Auszeichnung für ihn persönlich, sondern für das komplette Team sehen. "Es wäre schön für die ganze Mannschaft, weil es bestätigt, dass wir in der Defensive gut stehen."