Salzburg. (may) Das Spieler-Lazarett bei Meister Red Bull Salzburg ist auch in der Länderspielpause kaum kleiner geworden: Martin Hinteregger, Christoph Leitgeb, Reinhold Yabo, Yordy Reyna und Omer Damari stehen auch am Samstag (18.30 Uhr) im Bundesliga-Derby gegen den SV Grödig nicht zur Verfügung. Dennoch hat Trainer Peter Zeidler vor heimischem Publikum fix drei Punkte eingeplant, um an die Tabellenspitze anschließen zu können.

Schließlich ist die Bilanz gegen den Nachbarn aus der Salzburger Peripherie ziemlich eindeutig: Sieben von acht direkten Bundesligaduellen mit Grödig gingen an den Klub aus der Landeshauptstadt, der nur einmal einen Punkteverlust - beim 2:2 im Oktober 2014 - hinnehmen musste. Bei den vier Heimsiegen alleine erzielte das Red-Bull-Team 21 Treffer. Für Zeidler ist das jedoch nichts mehr als Vergangenheit: "Mit dieser Statistik gegen Grödig habe ich nichts zu tun. Wir wollen unsere Serie fortsetzen (fünf Spiele ungeschlagen, Anmerkung). Wir streben gegen den Nachbarn einen Sieg an", sagte der Deutsche.

Ähnlich sah es Mittelfeldmann Yasin Pehlivan, der vor seinem ersten Salzburger Derby steht. "Es zählt für uns nur der Sieg, denn wir wollen den Anschluss wahren und in der Tabelle Schritt für Schritt nach vor kommen", sagte der ÖFB-Nationalspieler, dessen Team derzeit fünf Zähler hinter Leader Rapid auf Rang fünf steht. Pehlivan ist einer von zehn Salzburg-Spielern, die in der Länderspielpause für diverse nationale Auswahlen abgestellt waren. Er kann aber nicht nur die positiven Emotionen nach geschaffter EM-Qualifikation mitnehmen, sondern setzt auch auf seine ganz persönliche Derby-Bilanz: "Derbys haben immer einen besonderen Reiz. Ich habe nicht viele davon verloren. Ich hoffe, dass diese Serie fortgesetzt wird", sagte der Ex-Rapidler, der seit 2011 in der Türkei gespielt hat.

Im Fokus wird am Samstag jedenfalls Goalgetter Jonatan Soriano stehen - nicht nur, weil er als Grödig-Spezialist gilt: In acht Spielen gelangen ihm zwölf Tore (und neun Assists) - so viele wie gegen keinen anderen Bundesliga-Gegner. Zuletzt sorgte aber sein verhinderter Wechsel zu Bayer Leverkusen für Diskussionen. Nun sei alles ausgeräumt, versicherte Zeidler: "Nach dieser Sache hat Soriano die beste Trainingswoche, seit ich hier bin, abgeliefert. Ich bin überzeugt, dass er sich wieder voll mit dem Verein identifizieren wird."

Grödig-Coach Peter Schöttel, dessen Truppe zuletzt mit dem 4:1-Heimsieg gegen Ried nach drei Schlappen en suite wieder voll punktete, versprach vehemente Gegenwehr: "Wir werden uns sicherlich nicht kampflos ergeben, sondern werden versuchen, auch aus dem Derby etwas mitzunehmen." Immerhin stimme nach zwei Siegen (einer im Testspiel gegen Klagenfurt) auch das Selbstvertrauen wieder.

Das sollte auch wieder für Tabellenführer Rapid gelten, der nach dem bitteren Champions-League-Aus allerdings zuletzt in der Meisterschaft beim 2:4 gegen Mattersburg erstmals patzte. Am Samstag (16 Uhr) muss in Altach ein Sieg her, sonst könnte die Austria bei einem klaren Heimerfolg gegen Ried (18.30Uhr) sogar die Tabellenspitze erklimmen. "Altach ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal stärker geworden. Wir müssen uns auf ein sehr kampfbetontes Match einstellen und die Zweikämpfe von Anfang an annehmen", mahnte Rapid-Coach Zoran Barisic, der erstmals Stürmer-Neuerwerbung Matej Jelić aufbieten könnte.