Wien. Eine 2:4-Heimpleite gegen Mattersburg, ein 0:2 auswärts bei Altach - die Bilanz vor dem Europa-League-Auftakt ließ wenig Gutes für Rapid Wien hoffen. Angesichts der zuletzt also eher bescheidenen Form ist der Sieg gegen den spanischen Spitzenklub Villarreal umso sensationeller.

Noch überraschender als der 2:1-Heimerfolg über die Spanier ist aber die Art, wie Rapid aufgetreten ist: Die Lethargie und Unentschlossenheit, die sich gegen Mattersburg und Altach als fatal erwiesen, waren wie weggefegt. Rapid spielte nach vorne, spielte selbstsicher und - und das machte den Unterschied - zeigte Kampfgeist. Auch nach dem bitteren Gegentor kurz vor der Pause.

Angstgegner aus der Südstadt

"Vielleicht war das Ausscheiden gegen Donezk ein kleiner Knackpunkt", meint Kapitän Steffen Hofmann, der mit einem Tor und einem Assist unter Beweis stellte, dass er auch mit mittlerweile 35 Jahren nicht aus der Rapid-Mannschaft wegzudenken ist. "Aber mit dem Match gegen Villarreal haben wir wieder in die Spur zurückgefunden."

Ob Rapid wirklich wieder in der richtigen Spur ist, zeigt sich am Sonntag (Anpfiff um 16.30 Uhr, live in ORFeins): Die Admira ist in Wien zu Gast - und was im vergangenen Jahr ein Duell zwischen Tabellenspitze und Abstiegskandidat gewesen wäre, ist diese Saison das Schlagerspiel des Überraschungs-Tabellenführers gegen den Zweiten.

Den starken Saisonstart haben sich die Hütteldorfer mittlerweile selbst zunichte gemacht, der zwischenzeitlich komfortable Vorsprung auf den Rest der Bundesliga ist längst dahin. Und die Admira war in der Vergangenheit auch nicht gerade der grün-weiße Lieblingsgegner. In den vergangenen fünf Begegnungen mit den Südstädtern gab es stets Punkteteilungen, der bisher letzte Erfolg gegen die Admira datiert noch aus dem Herbst 2013.

Am Sonntag soll es endlich wieder einmal zu einem vollen Erfolg gegen die Südstädter, bei denen mit Stefan Schwab, Christopher Dibon und Stephan Auer auch drei Rapidler ihre Wurzeln haben, reichen. Das wäre vor allem im Hinblick auf die Tabelle ein Muss: Mit einem Sieg könnte Rapid wieder die Tabellenspitze übernehmen und hätte dann wieder zwei Punkte Vorsprung auf die Admira.

Aufseiten der Admira wird vor allem für einen Spieler das Match gegen Rapid ein besonderes: Dominik Starkl ist von den Grün-Weißen in die Südstadt verliehen und bisher einer der Leistungsträger in der Saison. Mit seinen vier Toren in sieben Einsätzen hat er seinen Teil dazu beigetragen, dass der Abstiegskandidat nach acht Runden von der Tabellenspitze lachen kann - zum ersten Mal seit der Saison 2011/12, als die Admira sich am Jahresende sogar den dritten Platz sichern konnte.

Sollte er am Sonntag sein fünftes Saisontor erzielen, dann will er sich den Jubel verkneifen. "Ich würde mich zwar freuen, wenn ich treffe, aber ich würde es nicht zeigen", so Starkl.

Austria muss zu Sturm Graz

Bereits am Samstag stehen die übrigen vier Begegnungen der neunten Bundesligarunde an. Echte Schlager sind in den Samstagsspielen aber Mangelware.

Die Wiener Austria muss auswärts in Graz gegen Sturm bestehen. Die Violetten sind nur einen Punkt hinter Rapid und zwei hinter der Admira, während sich die Grazer im Augenblick nur auf dem siebenten Tabellenplatz wiederfinden. Nach drei Niederlagen in Folge brauchen die Grazer dringend einen Sieg, wenn der Anschluss an die Europacup-Plätze nicht vollends verloren gehen soll. Der krisengebeutelte WAC, im Augenblick mit nur vier Punkten aus acht Spielen am Tabellenende, empfängt Red Bull Salzburg. Die Salzburger holten nach einem schwachen Saisonstart zuletzt vier Siege aus fünf Spielen und robben sich wieder an die Tabellenspitze heran. Der Vierte Mattersburg ist bei Grödig zu Gast, und die SV Ried empfängt Rapid-Bezwinger Altach.