Wien. Mehr als 70.000 Karten hätte der ÖFB für das letzte EM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein am Montagabend in Wien (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) verkaufen können - allein, ins Ernst-Happel-Stadion passen nur 48.500 Zuschauer. Ein ähnliches Gedränge wird aufgrund des Höhenflugs des rot-weiß-roten Nationalteams auch um die Tickets bei den drei Vorrundenspielen bei der EM-Endrunde in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli 2016) erwartet.

Wie viele Karten für die Fans pro Endrunden-Match zur Verfügung stehen, ist derzeit noch völlig offen und hängt vor allem davon ab, ob ein Spiel etwa im über 80.000 Besucher fassenden Stade de France in Paris-St. Denis oder im nur rund 35.000 Personen Platz bietenden Stade de Nice von Nizza ausgetragen werden.

Fix ist laut Uefa nur, dass von den insgesamt 2,5 Millionen Karten für die 51 EM-Partien 800.000an die teilnehmenden Nationalverbände gehen. Die genauen Kontingente stehen erst nach der Auslosung der EM-Gruppen am 12. Dezember in Paris fest, der Verkauf erfolgt in den Wochen danach.

Eine Million Karten bereits weg

Ebenfalls noch nicht geklärt ist, nach welchen Kriterien die Nationalverbände und damit auch der ÖFB die Tickets verkaufen kann. "Wir wissen nicht, wie viele Karten wir bekommen und wie wir sie verteilen sollen, das muss uns die Uefa sagen. Derzeit ist alles Kaffeesudlesen", erklärte ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig. Neue Informationen zu diesem Thema sollte es bei einem Ticket-Workshop der Uefa im November geben.

Derzeit kann man sich jedenfalls nicht um Karten für die Euro 2016 bewerben. Heuer im Sommer wurden in einer ersten Verkaufsphase bereits eine Million Tickets mittels Losverfahren abgesetzt, für diese Tranche gab es aus 209 Ländern Ansuchen für knapp 11,3 Millionen Billetts. Die meisten Anträge kamen dabei aus dem Veranstalterland Frankreich, gefolgt von Deutschland und England. Generell bewegen sich die Preise zwischen 25 Euro in der billigsten Kategorie für Gruppen-und Achtelfinal-Spiele sowie bis zu 895 Euro in der teuersten Kategorie im Finale.

Eine Million EM-Tickets sind also bereits vergriffen, die 800.000 für die Nationalverbände sollten ebenso schnell über den virtuellen Ladentisch gehen. Bleiben noch rund 700.000 Karten, die etwa für VIP-Gäste oder Sponsoren reserviert sind.

So wie in der Ticketfrage herrscht auch noch in puncto EM-Prämien Rätselraten. Es wird davon ausgegangen, dass jedes Teilnehmerland einen Fixbetrag sowie Punkteprämien und Sonderzahlungen für Siege in der K.o.-Phase erhält. Um welche Summen es sich dabei handelt, gab die Uefa allerdings bisher nicht bekannt. Das erleichtert nicht gerade die Planungssicherheit des ÖFB, dennoch zeigte sich Ludwig gelassen. "Es ist verständlich, dass noch vieles offen ist, weil viele EM-Starter noch gar nicht feststehen. Für Österreich ist es eben nicht alltäglich, schon im September für ein Turnier qualifiziert zu sein."

Sportlich geht es für die ÖFB-Auswahl am 17. November mit einem Test in Wien gegen die Schweiz weiter. In der EM-Vorbereitung ist von 21. bis 29. März 2016 ein Teamlehrgang eingeplant, der zwei weitere Testspiele vorsieht. Ende Mai startet dann das eigentliche EM-Vorbereitungstraining, wo es ebenfalls noch Testspiele geben wird.