London/Athen. Mit Arsenal steht am Mittwoch (20.45 Uhr) zum Abschluss der Gruppenspiele der Champions League ein Dauergast in der K.o.-Phase schwer unter Druck. Die Londoner müssen beim direkten Konkurrenten Olympiakos Piräus unbedingt gewinnen, um ihre tolle Serie zu verlängern: 15 Mal in Folge schafften die Gunners zuletzt den Aufstieg aus der Gruppenphase der Königsklasse.

Insgesamt noch fünf Tickets werden am Mittwoch für die nächste Bewerbsphase vergeben - auf eines davon hofft ÖFB-Teamverteidiger Aleksandar Dragovic mit Dynamo Kiew im Heimspiel gegen Tel Aviv. Mit dem Champions-League-Gewinner 2012, Chelsea, dem FC Valencia, Bayer Leverkusen und AS Roma müssen prominente Namen noch zittern.

Arsenals (6 Punkte/9:10 Tore) Ausgangslage vor der Partie beim Zweiten der Gruppe F ist alles andere als optimal. Olympiakos (9Punkte/6:10) könnte sich sogar eine 0:1- oder 1:2-Niederlage leisten. Arsenal muss nach dem peinlichen 2:3 aus dem Hinspiel bei einem Sieg mit einem Tor Unterschied mindestens drei Treffer erzielen. Auch jeder Sieg mit zwei Toren Differenz würde reichen.

Für die Kanoniere geht es auch darum, sich zum 16. Mal in Folge für die K.o.-Phase zu qualifizieren. "Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns", sagte Coach Arsène Wenger. Stürmer Joel Campbell ergänzte: "Es ist die wichtigste Partie in dieser Saison. Eine Art Cupfinale." Der Costa Ricaner, der in der vergangenen Saison auf Leihbasis in Piräus spielte, traf am vergangenen Wochenende beim 3:1 gegen Sunderland und profitiert derzeit vom Verletzungspech der Nord-Londoner. Sieben Profis, darunter Stars wie Alexis Sánchez oder Santi Cazorla, fallen aus.

Sorge bereitet den Gunners auch die Heimstärke von Olympiakos. Sieben der jüngsten acht Champions-League-Heimspiele gewann der griechische Titelträger im Karaiskakis-Stadion. Nur der FC Bayern konnte dort im September 2015 gewinnen (3:0). Die restlichen sieben Gegner, darunter Juventus Turin oder Atlético Madrid, wurden im Hexenkessel von Piräus besiegt. Auch Arsenal kassierte bei seinen drei Königsklassen-Auftritten in Piräus drei Pleiten.

Eine deutlich bessere Ausgangslage besitzt der zweite Londoner Klub, Chelsea (10 Punkte), mit Trainer José Mourinho. Der Portugiese trifft mit dem FC Porto (10 Punkte) auf seinen früheren Klub (20.45 Uhr/live ORFeins) und würde mit einem Sieg Gruppenerster werden. Bei einem Unentschieden in London und einem Erfolg von Dynamo Kiew (8 Punkte) gegen das punktlose Maccabi Tel Aviv wäre Chelsea hinter den Ukrainern Zweiter.

Klingt absolut machbar, ist gemessen an den aktuellen Leistungen der Londoner aber alles andere als ein sicherer Tipp. Platz 14 in der Premier League spricht Bände, das jüngste 0:1 gegen Bournemouth ließ die Alarmglocken nach drei Pflichtspielen ohne Niederlage wieder aufschrillen. Im Falle eines Weiterkommens könnte daher vor allem Mourinho durchatmen. Denn sollte sich der Krisenklub aus der Königsklasse verabschieden, könnte auch Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch endgültig die Geduld mit dem 52-jährigen Startrainer verlieren.

Dragovic und Kiew kann Mourinhos Schicksal ebenso egal sein wie das Ergebnis in London. In jedem Fall muss ein Heimsieg gegen die Israelis her. Im Idealfall trennen sich Chelsea und Porto mit einem Remis, das Trio hätte dann jeweils elf Punkte. Und weil alle drei aus den direkten Duellen 5 Punkte hätten, würde die Tordifferenz aus den Spielen untereinander über die Platzierung entscheiden: Dynamo wäre in diesem Fall sogar Gruppensieger.

In Gruppe E matchen sich das angeschlagene Leverkusen, Roma (beide je 5 Punkte) und Bate Borisow (4 Punkte) noch um den Aufstieg. Der souveräne Gruppensieger und Titelverteidiger Barcelona tritt bei Leverkusen an und schont dabei die Stammkräfte Gerard Piqué und Andrés Iniesta, Dani Alves ist gesperrt. In GruppeH ist St. Petersburg fix Erster, um Platz zwei kommt es zum Fernduell zwischen Gent (7 Punkte) und Valencia (6 Punkte), wobei die Belgier die Russen empfangen.

Champions League, 6. Spieltag:

Mittwoch (alle 20.45 Uhr)

Gruppe E:

Bayer Leverkusen - FC Barcelona

Roma - Bate Borisow

Gruppe F:

Dinamo Zagreb - Bayern München

Olympiakos Piräus - Arsenal

Gruppe G:

Dynamo Kiew - Maccabi Tel Aviv

Chelsea - FC Porto

Gruppe H:

FC Valencia - Olympique Lyon

KAA Gent - Zenit St. Petersburg

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