Wien. Tag der Wahrheit für Óscar García: Der spanische Neo-Trainer von Red Bull Salzburg feiert zum Frühjahrsauftakt der Fußball-Bundesliga am Sonntag (16.30 Uhr) bei Admira Wacker Mödling seinen Einstand. Die Erinnerungen des zwei Punkte vor Verfolger Austria liegenden Tabellenführers an die Südstädter sind äußerst gut, gab es doch am 17. Oktober 2015 in Wals-Siezenheim einen 8:0-Kantersieg.

"Es ist sehr viel Vorfreude da, nicht nur bei mir, sondern beim ganzen Trainerteam und der Mannschaft. Wir haben sehr gut auf das Spiel hingearbeitet und wollen den Fans viel Freude bereiten mit einer guten Leistung", sagt García. Die Vorbereitung sei optimal verlaufen, die Zeit aber schon auch zu kurz gewesen. Deshalb gebe es noch viel Potenzial nach oben. "Ich glaube, dass die Mannschaft schon weiter ist als bei 35 Prozent, von dem, wie ich es haben will, wie sie spielen soll", sagt der Coach, der die Startformation schon im Kopf hat. Kein Thema sind dabei weiterhin neben Reinhold Yabo und Hwang Hee-chan auch Naby Keita und Christoph Leitgeb. Der an Malaria erkrankte Keita absolviert immerhin schon wieder Individualtraining, auch Leitgebs Knieprobleme werden laut García "von Tag zu Tag besser". Der Ausfall der beiden Leistungsträger sei schmerzhaft. "Man kann keinen Spieler zu 100 Prozent ersetzen, jeder hat andere Qualitäten, aber es werden ganz einfach zwei andere Spieler spielen", meint er. In der Vorbereitung hätten sich jedenfalls auch einige junge Spieler positiv in Szene setzen konnten, Sonderlob erhielt etwa der 18-jährige Mittelfeldspieler Xaver Schlager: "Von ihm war ich wirklich überrascht." Das Admira-Spiel sei trotz des Cup-Viertelfinales am Mittwoch darauf das einzige, das bei ihm im Fokus stehe. Zu wichtig ist ein guter Start. "Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, es wartet ein sehr schwieriger Gegner, der zu Hause gut Fußball spielt", sagt der Trainer vor dem Duell mit dem Tabellenfünften. Die Niederösterreicher haben nach der höchsten Bundesliga-Niederlage in der Klubgeschichte einiges gutzumachen, Coach Oliver Lederer bleibt aber vorsichtig: "Es ist eine Partie mit klaren Vorzeichen, der Ligakrösus trifft auf die Kirchenmaus, man kann nicht davon ausgehen, dass wir die Bullen an die Wand spielen", sagt er. Im ersten direkten Saisonduell haben die Admiraner aber immerhin ein 2:2 erkämpft, unmöglich sei ein ähnliches Ergebnis nicht. "Sie haben einen neuen Trainer, sicher eine leicht abgeänderte Spielweise, man kann schon sagen, dass es auch ein Vorteil sein kann, sie so früh zu haben", sagt er.

Austria und Rapid lauern

Auf einen holprigen Start des Titelverteidigers hoffen indessen auch die ersten Verfolger in der Bundesliga, die mit zwei Zählern zurückliegende Austria sowie Rapid, das einen weiteren Punkt dahinterliegt. Rapid ist schon am Samstag (18.30 Uhr) gegen Nachzügler WAC gefordert, es ist quasi die Ouverture für ein intensives Frühjahr: Denn neben den Liga-Aufgaben warten auf die Rapidler am Mittwoch das Cup-Viertelfinale gegen die Admira sowie eine Woche darauf das Europa-League-Sechzehntelfinale gegen Valencia. Jammern will Coach Zoran Barisic aber nicht - ganz im Gegenteil: "Es ist ein Privileg, so viele Spiele bestreiten zu dürfen", sagt er. "Das Frühjahr ist gespickt von Herausforderungen, da ist es wichtig, gut aus den Startlöchern zu kommen, damit wir eine gute Stimmung im Team haben", meint auch Sportchef Andreas Müller. Allerdings schmerzen die Ausfälle gerade in dieser Phase doppelt: Mit den noch länger fehlenden Goalie Ján Novota und Louis Schaub, dem angeschlagenen Deni Alar, dem im Aufbautraining befindlichen Christopher Dibon, Stephan Auer, Thomas Schrammel und Andreas Kuen fehlen sieben Spieler verletzt, gegen den WAC ist Kapitän Steffen Hofmann zudem gesperrt.

Diese Probleme hat Lokalrivale Austria nicht, lediglich Tormann Robert Almer und der Ex-Grödiger Christoph Martschinko stehen Trainer Thorsten Fink nicht zur Verfügung. Dafür könnte ein anderer Spieler sein Pflichtspieldebüt an seiner alten Wirkungsstätte geben: Der Brasilianer Lucas Venuto, der beim 2:2 im ersten Saisonduell einen Elfmeter für Grödig geschossen hat, ist erst in der Winterpause zu den Wienern gekommen. "Ich habe gegenüber meinem Ex-Klub großen Respekt, jetzt bin ich aber ein Austrianer, und als solcher will ich drei Punkte mitnehmen", sagt er.