Stegersbach. (may) Wenn das nicht Lust auf die Fußball-EM macht: Beim ersten Zusammentreffen der österreichischen Nationalelf nach dem erfolgreichen Herbst 2015 kamen am Montagabend sage und schreibe rund 1500 Fans, um David Alaba und Co. bei einer lockeren Trainingseinheit im Teamcamp in Stegersbach auf die Beine zu schauen.

Dieser inoffizielle Auftakt ins Länderspieljahr samt Höhepunkt in Form der Euro 2016 (10. Juni bis 10. Juli) fand bei den Akteuren naturgemäß höchst positive Resonanz: "Das war fantastisch anzusehen und zeigt die Euphorie, die momentan herrscht", erklärte Teamchef Marcel Koller. Auch Marc Janko war begeistert. "So etwas war noch nie da, zumindest nicht zu meinen Lebzeiten. Es freut uns wahnsinnig, und wir schätzen das sehr", sagte der Basel-Legionär und ergänzte: "Es hat mit einem kleinen Pflänzchen begonnen, mittlerweile ist es ein richtiger Baum." Womit die zum geflügelten Wort avancierte "Wohlfühloase Team" nun auch das entsprechende Publikum gefunden hat. Wiedersehen machte aber auch so große Freude: "Wir haben uns alle sehr gefreut, dass wir wieder beisammen sind. Die Stimmung ist gut wie eh und je, alles tipptopp", erzählte Janko.

Ernst wird es dann allerdings am Karsamstag (17.30Uhr) und Osterdienstag (20.30Uhr/jeweils ORFeins) wenn es jeweils im Ernst-Happel-Stadion gegen Albanien beziehungsweise die Türkei um Zählbares auf dem Platz geht. "Das sind zwei super Vorbereitungsspiele", meinte Bayern-Star David Alaba im Hinblick auf die Duelle mit den beiden EM-Startern. Noch bis Freitag logieren die Spieler in jenem Hotel, wo das ÖFB-Team während der Euro 2008 Quartier bezogen hatte. Die Euro 2016 steht für Koller derweil aber noch nicht voll im Focus: So verzichtete Koller bis dato auf ein Videostudium der Vorrundengegner und konzentriert sich in den kommenden Tagen lieber darauf, den Spielern Altbewährtes zu vermitteln und auf die Testspielgegner einzuschwören. Für Neuerungen sei zudem zu wenig Zeit, betonte er. "Wir haben in der Qualifikation gezeigt, dass wir uns gut entwickelt haben. Das gilt es jetzt wieder aufzurufen."

Dass die Testgegner in ihrer Spielweise den EM-Gruppenrivalen Ungarn, Portugal und Island möglicherweise relativ wenig ähneln, ist für Koller dabei kein Problem. "Es ist nicht einfach, entsprechende Gegner zu finden. Außerdem sind Albanien und die Türkei bei der EM dabei, haben also ein gewisses Level." Der 55-jährige Schweizer kann dabei fast auf sein bestes Team zurückgreifen - abgesehen von Marcel Sabitzer, der wegen Zahnproblemen absagen musste (Ersatz Guido Burgstaller), stehen alle Spieler zur Verfügung.

Test in Brüssel droht Absage

Die Terroranschläge von Brüssel ließen freilich auch im Teamcamp niemanden kalt, zumal damit auch wieder die Sicherheitsfrage beim Großereignis Euro gestellt werden muss. "Wir leben in schrecklichen Zeiten. Es ist nicht einfach, aber man versucht es als Spieler so gut wie möglich auszublenden. Die Sicherheitskräfte werden hoffentlich ihre Arbeit machen", formulierte es Janko. Nachsatz: "Wir fühlen uns alle sehr gut aufgehoben." Betreffend der Spiele in Wien hieß es vom ÖFB, dass mit dem Innenministerium geprüft werde, ob "spezielle Maßnahmen" nötig sein werden. "Unsere Sicherheitsabteilung ist aktiv." Für das Albanien-Spiel sind knapp 25.000 Karten verkauft, für die Türkei rund 20.000.

Von der Absage bedroht ist indes der Test zwischen Belgien und Portugal am Osterdienstag in Brüssel - das erste Training der Nationalelf wurde gestern, Dienstag, abgesagt. Bereits im November wurde nach den Pariser Anschlägen das Spiel gegen Spanien wegen Sicherheitsbedenken gestrichen.