Wien. Österreichs Nationalmannschaft absolviert am Dienstag (20.30 Uhr/live ORFeins) im Wiener Happel-Stadion den nächsten Härtetest im Hinblick auf die Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Im Länderspiel gegen die Türkei gilt es, die Schwächen der zweiten Hälfte beim 2:1 gegen Albanien abzustellen und weiterhin an der Feinabstimmung für das EM-Turnier zu basteln.

In diesem Zusammenhang forderte Teamchef Marcel Koller am Ostermontag unter anderem mehr Engagement in der Abwehrarbeit. "Wir brauchen mehr Laufbereitschaft in der Defensive. Wenn wir gut stehen und den Gegner nicht zu unserem Tor lassen, kann das nur ein Vorteil sein", erklärte der Schweizer. Man dürfe den Türken keinesfalls so viele Räume geben wie den Albanern am Samstag, warnte Koller. "Jeder muss Defensivarbeit verrichten, jeder ist aber auch eingeladen, sich nach vorne einzuschalten."

Die gegen Albanien vor allem in der zweiten Hälfte aufgetretenen Löcher vor der Viererkette waren möglicherweise auf die etwas vorgezogene Position von David Alaba zurückzuführen. "Dadurch haben wir in der Defensive mehr Risiko genommen. In der ersten Hälfte haben wir eine gute Leistung gezeigt, in der zweiten hat es nicht mehr geklappt", sagte Koller. Das habe nicht nur mit der Position von Alaba zu tun gehabt, sondern sei auch die Folge allgemein fehlender Laufbereitschaft gewesen.

"Auswärtsspiel" als Chance


Und Koller weiß: Gegen die Nummer 20 der Weltrangliste - Österreich ist Zehnter - würden solche Mängel schwerer bestraft werden. "Die Türken lieben den Fußball und haben sehr gute individuelle Fußballer", sagte er und wies auf die starken Auftritte des WM-Dritten von 2002 im Finish der EM-Qualifikation hin.

Als Schlüsselspieler beim Gegner identifizierte der ÖFB-Coach den Barcelona-Mittelfeldmann Arda Turan. "Er ist ein hervorragender Spieler und die zentrale Figur im türkischen Team. Da gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um ihn aus dem Spiel nehmen zu können." Mit welcher Mannschaft das gelingen soll, ließ Koller naturgemäß offen. Der 55-Jährige deutete lediglich an, zu Beginn zumindest auf die Stammformation zu setzen, wobei hinter dem Einsatz des erkrankten Julian Baumgartlinger noch ein Fragezeichen steht. Mit Fortdauer der Partie soll das Auswechsel-Kontingent ausgeschöpft werden. Forderungen von Klubs, gewisse Kicker zu schonen, habe er nicht erhalten, betonte Koller.