Barcelona/München. (art) Fernando Torres ist quasi ein Kind Atlético Madrids, hier durchlief er die Nachwuchsmannschaften, hier gab er im September 2002 sein Erstligadebüt - und das gleich gegen den FC Barcelona. Und als der Spanier, den sie trotz seiner mittlerweile 32 Jahren aufgrund seines spitzbübischen Aussehens noch immer "El Niño" nennen, nach erfolgreichen Jahren beim FC Liverpool, einer weniger glücklichen Zeit bei Chelsea und einem kurzen Gastspiel beim AC Milan im Winter 2014/15 auf Leihbasis wieder zu den Rojiblancos kam, jubelten ihm alleine bei seiner Vorstellung 45.000 Fans im Estadio Vicente Calderón zu.

Doch an diesem Dienstagabend wurde Torres zur tragischen Figur seiner Mannschaft, ganz ohne Drama geht es bei dem spanischen Ex-Weltmeister offenbar nicht. Atlético war im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales zu Gast beim FC Barcelona und hatte sich auch gegen den Titelverteidiger durchaus Chancen ausgerechnet. Denn während der spanische Tabellenführer zuletzt im Clásico gegen Real geschwächelt hatte, hatte sich Atlético mit einem 5:1 gegen Betis Sevilla für das innerspanische Gipfeltreffen in Europas Königsklasse warm geschossen, zudem hatten die Madrilenen gute Erinnerungen an das bisher letzte Champions-League-Duell mit dem FC Barcelona, in dem man sich 2014 durchgesetzt hatte.

Barcelona begann wie erwartet, mit Ballstaffetten und Kombinationen, die allerdings meist hängen blieben. Atlético machte die Räume geschickt eng und suchte trotz Feldunterlegenheit auch seine Chancen in der Offensive. Es war schließlich Torres, der sie finden sollte: Nach Koke-Zuspiel nützte er in bester Goalgetter-Manier eine Lücke zwischen Javier Mascherano und Dani Alves und schob zum 1:0 der Gäste ein (25.). Barcelona hatte zwar weiter mehr vom Spiel, doch die Überraschung schien für Atlético möglich zu sein - bis Torres sich binnen sieben Minuten selbst aus dem Spiel nahm: Seiner ersten gelben Karte nach Foul an Neymar (29.) folgte nach einem Einsteigen gegen Sergio Busquets (36.) der - harte, aber vertretbare - Platzverweis.

In der zweiten Hälfte wussten die Katalanen die numerische Überlegenheit dann zu nützen, erhöhten das Tempo und wurden nach guten Gelegenheiten für Lionel Messi und Neymar in der 63. Minute durch Luis Suárez mit dem 1:1 belohnt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt konnte Atlético dem zunehmenden Druck nicht mehr standhalten und kassierte in der 74. auch noch das 1:2, wieder durch Suárez.

Klarer, wenn auch nur vom Spielverlauf, nicht aber vom Ergebnis, verlief das Parallelspiel zwischen dem FC Bayern und Benfica Lissabon, das die Gastgeber in jeder Phase im Griff hatten. Arturo Vidal brachte die Münchner schon in der 2. Minute nach einer Einladung durch die portugiesische Abwehr mit 1:0 in Führung, bei diesem Ergebnis blieb es dann auch bis zum Schluss.

Die Partien am Mittwoch (20.45 Uhr) lauten Wolfsburg gegen Real und Paris Saint-Germain gegen Manchester City.