Wolfsberg/Salzburg. (may) Ein Ex-Rapidler könnte Rapid am Wochenende von allen Meisterschaftsträumen befreien. Denn wenn die Grün-Weißen am Samstag (18.30 Uhr) gegen die von Heimo Pfeifenberger trainierten Wolfsberger Punkte lassen, könnten sich die nach dem jüngsten Heim-Remis gegen Salzburg ohnedies etwas gedämpften Titel-Ambitionen in Luft auflösen.

Unter diesen Vorzeichen wird der Gang nach Kärnten für die Elf von Zoran Barisic ein ganz schwerer: Zumal Wolfsberg in der Anfangsphase der Bundesliga-Zugehörigkeit (2012) als klassischer Angstgegner der Hütteldorfer galt - so gelang Rapid der erste Sieg erst im Frühjahr 2014 im achten Liga-Duell der beiden Teams. Auf heimischem Terrain ist die Bilanz gegen den Rekordmeister immer noch überwältigend - in insgesamt acht Pflichtspielen in der Lavanttal-Arena setzte es für Rapid bei zwei Remis gleich fünf Niederlagen. Nur in der bedeutungslosen letzten Runde der Vorsaison schossen Steffen Hofmann uns Co. die Kärntner mit 5:0 in die Sommerpause.

Sie haben es in der Hand, den Titelfavoriten ein Bein zu stellen:
Sie haben es in der Hand, den Titelfavoriten ein Bein zu stellen:

Seit Pfeifenberger das Trainer-Zepter schwingt - der Salzburger stürmte von 1988 bis 1992 bei den Hütteldorfern und schoss 42Tore - agiert der WAC in Hochform, hat das Tabellenende längst verlassen und kann sich mittlerweile nach oben orientieren. Die neuerliche Europacup-Teilnahme ist trotz acht Punkten Rückstand auf den möglicherweise für die Qualifikation reichenden vierten Platz keine Utopie. "Wenn wir noch unter die Top Vier kommen sollten, wäre das eine überragende Leistung", sagte Pfeifenberger und ergänzte: "Es ist wichtig, dass man sich hohe Ziele steckt, um etwas erreichen zu können."

Bei so viel Selbstvertrauen ist ziemlich evident, dass die seit den Valencia-Debakeln außer Tritt geratenen Rapidler eine Sonderleistung abrufen müssen, um beim WAC zu gewinnen. Das weiß auch Barisic: "Die Mannschaft ist sehr routiniert, in einem echten Hoch und hat sich vom Abstiegskampf verabschiedet. Trotzdem werden sie wie gewohnt sehr körperbetont agieren. Wir wissen allerdings, was auf uns zukommt und fahren dementsprechend vorbereitet nach Kärnten", betonte der Wiener, der seine Spieler nach der Leistung gegen Salzburg wieder im Aufwind wähnt. "Sie konnten durch den sehr guten Auftritt definitiv wieder an Selbstvertrauen und Sicherheit gewinnen." Man habe mit dem Tabellenführer nicht nur mithalten, sondern ihn über weite Strecken auch dominieren können.

Der angesprochene Titel-Rivale darf sich angesichts seines Vier-Punkte-Polsters bei sieben ausstehenden Runden freilich auch keinen Ausrutscher erlauben - daher ist das Duell gegen die Admira am Sonntag (16.30 Uhr/ORFeins) von richtungsweisender Bedeutung. Denn die Südstädter sind so etwas wie die Mannschaft der Stunde, haben die jüngsten drei Partien zu null gewonnen (unter anderem das 4:0 gegen Rapid im Happel-Stadion) und jagen noch die Austria betreffend den für Europa berechtigenden dritten Tabellenplatz. Die Bilanz gegen die Salzburger ist für die Elf von Ernst Baumeister aber ernüchternd: Seit dem Wiederaufstieg anno 2011 konnten von 19 Partien nur zwei gewonnen werden - oftmals setzte es hingegen schwere Schlappen. Wie zuletzt im Oktober beim 0:8 in der Red-Bull-Arena. Auf der anderen Seite sind die Admiraner nach Verlustpunkten das beste Auswärtsteam der Liga, während Salzburg die Heimtabelle anführt.

"Sonst böse Überraschung"


Salzburg-Trainer Óscar García will sich von all diesen Zahlen aber nicht blenden lassen. "Die Admira hat derzeit einen Lauf. Wir werden unsere Bestleistung abrufen müssen, damit wir keine Probleme bekommen. Ich erwarte 100 Prozent Konzentration, sonst könnten wir eine böse Überraschung erleben", warnte der Spanier. Und die Südstädter denken auch gar nicht daran, sich in die Außenseiterrolle zu flüchten: "Wir haben gegen Salzburg die gleichen Erwartungen wie in jedem anderen Match - wir wollen punkten", meinte Baumeister.

tipico-Bundesliga, 30. Runde:

Samstag:

Sturm Graz - Altach 16.00 Uhr

WAC - Rapid 18.30 Uhr

Ried - Mattersburg 18.30 Uhr

Austria - Grödig 18.30 Uhr

Sonntag:

Salzburg - Admira 16.30 Uhr

1. Salzburg 2959:29 55

2. Rapid Wien 29 55:36 51

3. Austria Wien 29 45:42 47

4. Admira Wacker 29 38:40 43

5. Sturm Graz 29 33:32 39

6. SV Mattersburg 29 37:52 37

7. SCR Altach 29 34:38 36

8. WAC 29 26:29 35

9. SV Ried 29 31:45 31

10. SV Grödig 29 33:48 25