Die Hoffnungen Barcelonas ruhen auch auf Torjäger Luis Suárez. - © ap/Emilio. Morenatti
Die Hoffnungen Barcelonas ruhen auch auf Torjäger Luis Suárez. - © ap/Emilio. Morenatti

Madrid/Lissabon. Der FC Barcelona und der FC Bayern sind mit leichten Vorteilen im Gepäck zu den Rückspielen im Champions-League-Viertelfinale gereist. Der Titelverteidiger aus Spanien verteidigt am Mittwochabend ein 2:1 bei Atlético Madrid, die Münchner haben vor Anpfiff bei Benfica Lissabon (20.45 Uhr/live ORFeins, ZDF) einen 1:0-Polster aus dem Hinspiel.

Während die Bayern mit David Alaba bei einem weiteren Treffer die Tür zum fünften Halbfinal-Einzug in Folge weit aufstoßen würden, droht Barcelona eine weitaus schwierigere Aufgabe. Atlético präsentierte sich bereits auswärts als gewohnt unangenehmer Gegner. Der vorjährige Triple-Sieger aus Katalonien befindet sich aktuell auch nicht unbedingt in bester Verfassung. In der heimischen Liga hält Barcelona bei nur einem Zähler aus den jüngsten drei Runden, wobei es zuletzt Niederlagen gegen Real Madrid und Real Sociedad setzte. Es ist die schlechteste Phase unter dem seit August 2014 beim Großklub arbeitenden Trainer Luis Enrique. "Es gibt keine Zeit für Entschuldigungen und Ausreden, wir brauchen Resultate", betonte Enrique zuletzt. Er meinte aber auch: "Es gibt Gründe, optimistisch zu sein, auch wenn die Ergebnisse nicht stimmen."

Ein Grund dürfte Luis Suárez sein, der am Wochenende wegen einer Sperre fehlte. Der Uruguayer erzielte im Hinspiel beide Tore für die Blauroten und ist mit 45 Saisontoren in allen Bewerben Barcelonas Toptorjäger. Weniger nach Wunsch läuft es hingegen für Lionel Messi. Der Weltfußballer suchte bei Real Sociedad vergeblich ein Erfolgserlebnis. 362 Minuten wartet Messi nun schon auf ein Tor, es ist die längste Durststrecke für den bei 499 Karriere-Treffern haltenden Argentinier seit 2011.

Atlético, in der Liga nun nur noch drei Zähler hinter dem Spitzenreiter, träumt von einer Wiederholung des Viertelfinales von 2014. Vor zwei Jahren schaltete der spätere Finalist den Liga-Rivalen in der K.o.-Phase aus. "Ich bin sicher, dass es eine großartige Nacht wird. Zu Hause werden wir die Wende schaffen", sagte Mittelfeldmann Koke auf den Heimvorteil im Vicente Calderón hoffend. Nicht mithelfen kann indessen der in Barcelona ausgeschlossene Fernando Torres, der den Führungstreffer für Atlético erzielt hatte, danach aber nach zwei unbedachten Aktionen des Feldes verwiesen wurde.

Benfica gegen schwarze Serie


Auch Benfica fehlt im Retourspiel gegen die Bayern ein Angreifer. Torjäger Jonas muss eine Gelb-Sperre absitzen, im Estadio da Luz soll die Wende auch ohne den Brasilianer gelingen. Um erstmals seit 1990 im höchsten Europacup-Bewerb ins Halbfinale einzuziehen, muss Benfica aber eine schwarze Serie beenden: In nun sieben Duellen gab es für den portugiesischen Rekordmeister gegen den deutschen keinen Sieg. Trainer Rui Vitória wollte dem Favoriten dennoch "auf Augenhöhe" entgegentreten. Die Bayern reisten jedoch selbstbewusst an. "In Lissabon werden wir Chancen kriegen, und die müssen wir nutzen. Wir sind Bayern München, und müssen zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind", sagte Stürmer Robert Lewandowski vor seinem 50. Spiel in der Champions League. Schon ein 0:0 würde den Bayern reichen, es ist aber davon auszugehen, dass Pep Guardiola von seiner Elf auch in Lissabon ein Tor sehen will. "Wenn wir auswärts ein Tor machen, ist die Chance sehr groß, dass wir weiterkommen", meinte Kapitän Philipp Lahm.