Madrid/Lissabon. Sie haben es geschafft, aus dem ewigen Zweikampf der beiden Großen einen Dreikampf zu machen: Atlético Madrid hat in Spanien zum FC Barcelona und zu Real Madrid aufgeschlossen. Der Trainer Diego Simeone hat dabei eine Mannschaft geformt, die durchaus ein Ebenbild des früheren Spielers Simeone ist: Atlético spielt mit vollstem Einsatz und immer an und manchmal auch über der Grenze des Erlaubten. Nachdem das Team auch noch über eine exzellente Ballbeherrschung verfügt, hat es heuer noch Chancen, erneut spanischer Meister zu werden. Und auch im Champions-League-Viertelfinale hatte Atlético dem einen Großen, nämlich dem FC Barcelona, im Hinspiel das Leben schwer gemacht und rechnete sich nach einer knappen 1:2-Niederlage in Katalonien noch Chancen für das Rückspiel am Mittwoch aus.

Atlético setzte Barcelona auch gleich unter Druck und fand bereits in den ersten zehn Minuten die ersten Torchancen vor. Barcelona versuchte daraufhin gleich einmal, das Tempo herauszunehmen, um das Spiel der Madrilenen zu dämpfen. Doch drosselte sich Barca damit auch selbst, denn Torchance fanden die Katalanen zunächst keine vor. Es entwickelte sich eine zähe Partie mit viel Hick-Hack, mit viel Klein-Klein. Atlético setzte weiter immer wieder giftige Nadelstiche und war dann in der 36. Minute tatsächlich erfolgreich. Antoine Griezmann köpfte das 1:0. Die Barca-Abwehr, die schon zuvor nicht sehr sattelfest gewirkt hätte, gewährte ihm dabei sträflich viel Platz.

In der zweiten Hälfte hatte Barcelona gleich einmal Glück, dass ein geschickt angetragener Kopfball von Atlético-Akteur Saúl Níguez auf der Latte landete. Danach erhöhte Barca die Schlagzahl, und zwar ordentlich. Die Madrilenen zogen sich immer weiter zurück. Es entwickelte sich ein wahrer Krimi, das Spiel wurde ruppiger, wovon das zugeschwollene Auge von Atletico-Verteidiger Diego Godín Zeuge war. Dieses war Sinnbild für den Kraftakt, mit dem Atlético Barcelona tatsächlich ausschaltete. Die Madrilenen krönten ihre Leistung noch mit dem 2:0, es war ein Elfmetertor, abermals war Griezmann der Torschütze. Doch Barcelona hatte in der Nachspielzeit Pech, als den Katalanen ein Handelfmeter vorenthalten wurde.

Im zweiten Spiel zwischen Benfica Lissabon und Bayern München rechneten sich die Portugiesen, nachdem die Münchner das Hinspiel nur knapp mit 1:0 gewonnen hatten, noch Chancen aus.

Doch bis auf einen Freistoß in der dritten Minute ergaben sich zunächst keine Möglichkeiten für Benfica, die Bayern, bei denen David Alaba wie gewohnt in der Startelf stand, kontrollierten das Spiel. Doch als die Portugiesen schon völlig eingeschläfert wirkten, schlugen sie plötzlich zu. Raúl Jiménez erzielt per Kopf in der 27. Minute das 1:0. Torwart Manuel Neuer hatte sich fürchterlich verschätze, was Jiménez die Aufgabe wesentlich erleichterte. Doch Arturo Vidal erzielte in der 39. Minute den Ausgleich für die Münchner. Als dann Thomas Müller in der 52. Minute nach einem Eckball das das 2:1 für die Bayern erzielte, war dieses Halbfinale entschieden. Benfica erzielte zwar durch einen wunderschönen Freistoß von Talsica das 2:2. Doch das war nur noch Kosmetik.