Madrid. Der spanische Fußball gibt auf europäischer Ebene weiter klar den Ton an. Während der FC Sevilla gegen Schachtar Donezk und Villarreal gegen Liverpool am Donnerstagabend um den Einzug ins Finale der Europa League kämpften (nach Redaktionsschluss), stehen die Endspielgegner in der Champions League bereits fest: Mit Real Madrid und Atlético machen sich zwei Stadtrivalen am 28. Mai in Mailand wie schon 2014 den Titel untereinander aus.

Real holte damals die Trophäe, und die Erinnerungen an eine legendäre Partie in Lissabon wurden bei den Königlichen gleich nach dem 1:0-Sieg am Mittwoch gegen Manchester City wach. "Wir wissen, wie schwierig es damals war. Wir erwarten ein ähnliches Spiel, und ich hoffe, dass das Resultat wieder für uns sprechen wird", sagte Reals Mittelfeldspieler Luka Modrić. Sergio Ramos hatte Real 2014 mit einem Treffer per Kopf zum 1:1 erst in der 93. Minute in die Verlängerung gerettet und damit den 4:1-Erfolg möglich gemacht. Seit damals tat sich Real im direkten Duell aber extrem schwer, in zehn Pflichtspielanläufen gab es nur einen Sieg beim entscheidenden 1:0 nach einem 0:0 im Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale der vergangenen Saison. Daneben setzte es in Liga, Cup und Supercup bei drei Unentschieden gleich fünf Niederlagen. In der Meisterschaft ist Real seit 28. September 2013 gegen Atletico sechs Partien sieglos. "Uns erwartet ein sehr schwieriges Spiel gegen eine hartnäckige Atlético-Mannschaft. Gegen sie ist es immer enorm schwer", weiß Stürmer Gareth Bale. Für Real spricht aber, dass man die bisherigen vier Champions-League-Finali allesamt gewonnen hat. "Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir wissen, wie man Endspiele gewinnt. Das werden wir wieder versuchen", sagte Ramos.

"Ein Finale gegen Atlético ist immer etwas Spezielles. In einem Finale gibt es aber keinen Favoriten", meinte indessen Cristiano Ronaldo. Gegen Manchester City war er zwar rechtzeitig fit geworden, aber nicht wie schon so oft im Mittelpunkt gestanden. Sein Sturmpartner Bale stahl ihm die Show, sein Abschluss aus spitzem Winkel wurde von Citys Fernando unhaltbar ins eigene Tor abgelenkt. Damit ist für City der Traum von der ersten Final-Teilnahme geplatzt, ohne dass Real in zwei Spielen selbst ein Tor gelungen war.

Aus der Presse gab es dennoch Kritik für die lustlose Vorstellung der Citizens: "Das größte Verbrechen ist, dass Manchester City im wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte nicht alles gegeben hat", urteilte das Boulevard-Blatt "The Sun".