St. Pölten. Nach dem Abstieg von SV Grödig ist vor dem Aufstieg von - nunja, wem? In der Fußball-Erste-Liga könnte diesbezüglich am Freitag in der drittletzten Runde der Saison eine Vorentscheidung fallen, wenn Spitzenreiter St. Pölten den Lask, mit drei Punkten Rückstand letzter verbliebener Konkurrent um den Meistertitel, empfängt (20.30 Uhr/ORF Sport+).

Die Gäste aus Oberösterreich stehen dabei laut ihrem Trainer Oliver Glasner "in diesem richtigen Endspiel unter Siegzwang", um ihre Aufstiegschance zu wahren. "Schon ein Unentschieden ist zu wenig für uns, denn ich gehe davon aus, dass St. Pölten die letzten Spiele in Wiener Neustadt und zu Hause gegen Schlusslicht FAC nicht mehr verlieren wird", sagt Glasner, der in der Innenverteidigung auf den gesperrten Christian Ramsebner verzichten muss. Die Situation in der Lask-Abwehrzentrale könnte sich noch zusätzlich verschärfen, da Felix Luckeneder mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hat. "Hinter seinem Einsatz steht ein Fragezeichen, in der Innenverteidigung sind wir eher dünn besetzt", meint Glasner. Auch Rechtsverteidiger Michael Lageder klagte über Magen-Darm-Probleme, während Flügelspieler Christopher Drazan mit Kniebeschwerden zu kämpfen hatte und damit ebenfalls fraglich war. Dafür konnte der brasilianische Offensivspieler Fabiano wieder voll mit der Mannschaft trainieren. St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher kann gegen seinen ehemaligen Verein dagegen personell aus dem Vollen schöpfen. Der 3:1-Sieg des Lask am Dienstagabend gegen Austria Salzburg - die Partie fand wegen der Stadionprobleme der Salzburger in St. Pölten statt - wurde von ihm am Mittwochabend noch einmal genau analysiert. "Der Lask versucht in fast jeder Phase des Spiels zu pressen und möglichst schnell nach vorne zu spielen. Da hat man Red-Bull-Anleihen genommen", meint Daxbacher über die Handschrift von Ex-Red-Bull-Salzburg-Co-Trainer Glasner. "Beide Mannschaften sind durch Standards stets gefährlich, verfügen über ein gutes Spiel mit dem Ball und sind auch im Konter stark. Sie können alles bedienen, um erfolgreich Fußball zu spielen, nicht umsonst haben wir und St. Pölten so viele Punkte gemacht und im Frühjahr sehr, sehr konstant gespielt", sagt Glasner. In den bisherigen Saisonduellen setzte sich immer das Heimteam durch, der Lask gewann 1:0 und 2:0, St. Pölten 1:0. Daxbacher erwartet aber auch daheim ein schweres Spiel, schließlich gehe es für die Gäste praktisch um die letzte Chance auf den Aufstieg. "Der Lask muss gewinnen, weil wir uns in der besseren Position befinden. Wir können mit einem Sieg fast alles klar machen", sagt der Niederösterreicher.

Definitiv nicht in der Bundesliga wird hingegen in der kommenden Saison der SV Grödig zu sehen sein. Das 1:2 gegen Red Bull Salzburg am Mittwochabend beendete nach drei Jahren Bundesligazugehörigkeit, in denen man nach der ersten Saison sogar die Europa-League-Qualifikation erreicht hatte, alle Träume auf den Klassenerhalt. "Wir sind aber nicht heute abgestiegen, sondern in den 34 Runden davor", betonte Trainer Peter Schöttel, dessen Zukunft in Grödig ungewiss ist. Sein an und für sich bis Sommer 2017 laufender Vertrag gilt nur für die Bundesliga. Auch über den Kader und das Budget für die Erste Liga müsse man erst beraten, erklärte Manager Christian Haas. Zunächst aber saß auch bei ihm der Schock tief. "Es geht mir nicht gut, man kann noch nicht realisieren, was das bedeutet. Viele im Verein werden das erst realisieren, wenn Kaliber wie Red Bull, Rapid und die Austria nicht mehr nach Grödig kommen", sagte Haas.