St. Pölten. Seit vergangenem Freitag ist es fix: Der SKN St. Pölten ist nicht mehr von Platz eins der Ersten Liga zu verdrängen und steigt damit in die höchste Spielklasse auf. Demnach wird in St. Pölten erstmals nach 22 Jahren Pause wieder Bundesligafußball gespielt. Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft von Karl Daxbacher den Aufstieg sicherte, ist beeindruckend. Mit dem 3:0-Sieg in Wr. Neustadt erreichte man die Marke von 77 Punkten und stellte den gemeinsamen Punkterekord von Ried und der Admira ein. Im letzten Saisonspiel gegen den FAC am Mittwoch (19.30 Uhr) hat der SKN sogar noch die Möglichkeit, alleiniger Rekordhalter zu werden.

Der Aufstieg in die Bundesliga war in St. Pölten schon länger ein Wunschtraum. Die niederösterreichische Politik ist bereits seit geraumer Zeit an einem konkurrenzfähigen Fußballklub in ihrer Landeshauptstadt interessiert, und so wurde im Jahr 2000 nach der Pleite des VSE und kurzzeitigen Versuchen als FC Niederösterreich oder Flash St. Pölten der SKN gegründet. Daxbacher leistete damals schon wichtige Arbeit beim Verein und führte ihn von der zweiten Landesliga in die Regionalliga, später schaffte Langzeittrainer Martin Scherb den Aufstieg in die Erste Liga, wo er ihn etablierte. Die größeren Ambitionen des Sportklub Niederösterreichs wurden vor allem durch den Stadionbau untermauert. Dieser wurde bereits 2007, damals noch in der Regionalliga, von Landesrätin Petra Bohuslav angekündigt, schließlich wurde die 8000-Zuschauer fassende NV-Arena ab 2011 für 26 Millionen Euro erbaut und zur Saison 2012/2013 eröffnet. Finanziell gut aufgestellt ist der Verein vor allem durch die Unterstützung landesnaher Unternehmen wie der Hypo, der Niederösterreichischen Versicherung und Kabelplus, einer Tochterfirma der EVN.

Glücksgriff Daxbacher

Dass es ausgerechnet heuer mit dem Aufstieg klappt, ist dennoch überraschend und hängt vor allem mit einem Namen zusammen: Karl Daxbacher. "Mit ihm haben wir einen echten Goldgriff gemacht", meint Sportdirektor Frenkie Schinkels. Er sollte vergangene Saison eigentlich den Lask in die Bundesliga führen, wurde bei den Linzern aber nach einem schwachen Frühjahrsauftakt überraschenderweise entlassen. Der Lask holte Oliver Glasner aus Ried als neuen Trainer und war zu Saisonbeginn der große Favorit. Doch trotz geringerer individueller Qualität konnte "Sir Karl" aus den Wölfen, wie die St. Pöltner sich nennen, die letztlich stärkere Mannschaft formen.