Die Isländer, die nach Österreich in der Gruppenphase im Achtelfinale sensationell England aus dem Turnier geworfen hatten, zeigten Moral. Sigthorsson verwertete eine Flanke von Kapitän Sigurdsson ins kurze Eck. Drei Minuten später stellte Giroud nach einem langen Freistoß von Payet aber per Kopf den alten Abstand wieder her. Unmittelbar nach seinem dritten Turniertor nahm Deschamps den Arsenal-Stürmer vom Platz.

Island wurde noch mehrmals gefährlich. Einen Kopfball des eingewechselten Sverrir Ingason parierte Keeper Hugo Lloris bravourös (63.). Zwei Minuten später wurde ein Handspiel von Frankreich-Verteidiger Patrice Evra im eigenen Strafraum nicht geahndet. Als Lohn für die Bemühungen gab es für den EM-Debütanten einen weiteren Treffer. Birkir Bjarnason war nach Flanke von Ari Skulason per Kopf erfolgreich.

Frankreich musste dennoch erstmals bei diesem Turnier nicht bis in die Schlussphase um einen Erfolg zittern. Das Deschamps-Team ist nach acht Partien in diesem Jahr weiter ungeschlagen. Gegen Island haben die Franzosen in zwölf Aufeinandertreffen noch nie verloren.

Die bisher letzte Niederlage bei einem Turnier im eigenen Land hatte es im Spiel um Platz drei der EM 1960 gegen die Tschechoslowakei (0:2) gesetzt. Seither wurden die Franzosen zu Hause 1984 Europameister und 1998 Weltmeister. Ihre Erfolgsserie wollen sie am Donnerstag in Marseille gegen Deutschland fortsetzen.

Fußball-EM 2016, Viertelfinale: Frankreich - Island Endstand 5:2 (4:0). St. Denis, Stade de France, 76.833 Zuschauer, SR Kuipers (NED)

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Tore: 1:0 (12.) Giroud
2:0 (20.) Pogba
3:0 (43.) Payet
4:0 (45.) Griezmann
4:1 (56.) Sigthorsson
5:1 (59.) Giroud
5:2 (84.) B. Bjarnason
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Frankreich: Lloris - Sagna, Umtiti, Koscielny (72. Mangala), Evra - Pogba, Matuidi - Sissoko, Griezman, Payet (80. Coman) - Giroud (60. Gignac)

Island: Halldorsson - Saevarsson, Arnason (46. Ingason), R. Sigurdsson, Skulason - Gudmundsson, Gunnarsson, G. Sigurdsson, B. Bjarnason - Bödvarsson (46. Finnbogason), Sigthorsson (83. Gudjohnsen)

Gelbe Karten: Umtiti bzw. B. Bjarnason

Die Besten: Griezmann, Giroud, Matuidi, Umtiti bzw. G. Sigurdsson, B. Bjarnason