Wien. Jetzt hat auch Celtic Glasgow seinen Düdelingen-Moment: Der schottische Meister blamierte sich am Dienstagabend mit einem 0:1 im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation bei den Lincoln Red Imps aus Gibraltar. Lee Casciaro hatte seine Mannschaft von der 33.000 Einwohner zählenden Halbinsel, die im Wesentlichen aus einem Felsen besteht, in der 48. Minute zum Sieg geschossen. Wenn er nicht gerade auf dem Fußballplatz steht, arbeitet er als Polizist.

Dabei hätte Celtic vor dem 34-Jährigen gewarnt sein können: In der EM-Qualifikation, in der Gibraltar mit Schottland in einer Gruppe war, hatte er im März in Glasgow das erste Pflichtspieltor für sein Nationalteam erzielt. Das Spiel ging dennoch mit 1:6 verloren, Gibraltar wurde mit null Punkten und einem Torverhältnis von 2:56 Gruppenletzter. Dennoch hatte man schon die Teilnahme bejubelt, schließlich war Gibraltar erst vor drei Jahren in die Uefa aufgenommen worden. Serienmeister Lincoln Red Imps hat schon 2014 und 2015 an der Champions-League-Qualifikation teilgenommen, im ersten Jahr war man gegen den Meister der Färöer ausgeschieden, im Vorjahr überstand man gegen den andorranischen immerhin eine Runde. Dass dies nun wieder gelingt, ist trotz des Siegs im Hinspiel unwahrscheinlich, dennoch war die Freude bei den Spielern groß. "Dieses Resultat ist für den Fußball ganz eine besondere Geschichte. Dieses Spiel werden wir für den Rest unseres Lebens nicht vergessen", sagte Casciaro.

In Schottland dagegen hagelte es Kritik für Celtic und seinen neuen Trainer Brendon Rodgers. "Eine Nacht der Schande", titelte der "Herald". Rodgers wollte der Niederlage aber nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Wir sind nicht verlegen oder peinlich berührt. Es war ein schweres Spiel unter schweren Bedingungen", meinte der ehemalige Liverpool-Coach, der angetreten war, um das Team in die Gruppenphase der Champions League zu führen.

Das ist jedes Jahr auch das Ziel von Österreichs Meister Red Bull Salzburg, der im neunten Anlauf zunächst zu einem mageren 1:0-Sieg gegen den lettischen Meister FK Liepaja kam. Dass Linksverteidiger Andreas Ulmer in der zweiten Hälfte ein Leibchen mit dem Logo von RB Leipzig trug - offenbar hatte er es in der Pause wegen des Regens umgezogen - und Salzburg daher eventuell mit einer Strafe der Uefa rechnen muss, war dabei nur eines von vielen Missgeschicken. Salzburg hatte gegen die extrem defensive lettische Mannschaft Probleme, Chancen zu kreieren, Kapitän Jonatan Soriano erlöste den heimischen Doublegewinner erst in der 83. Minute durch einen doppelt abgefälschten Schuss.